HNA begleitete Bürgermeister

Freibier und viele Zahlen: Bürgermeister Danny Sutor bei einem Wahlkampfauftritt

Wohnzimmer-Atmosphäre: In kleiner Runde erläuterte Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor die Ergebnisse seiner bisherigen Amtszeit. Am 6. März tritt er zur Wiederwahl an. Foto: Rieß

Grebenstein. Er hat keinen Gegenkandidaten und seine Wiederwahl am 6. März gilt als sicher. Ganz verzichtet der Grebensteiner Bürgermeister Danny Sutor aber nicht auf Wahlkampf. In allen Ortsteilen stellte er sich den Fragen der Bürgern, auch wenn die Zahl der Veranstaltungsbesucher „überschaubar“ war, wie er sagt.

Fünfeinhalb Jahre ist er im Amt – und er will Rechenschaft ablegen vor den Wählern. Als letzte Veranstaltung steht jene in Grebenstein auf dem Programm. Knapp zehn Bürger kommen, Pressevertreter inklusive.

„Wohnzimmer-Atmosphäre“ nennt es Sutor. Mit legerer Kleidung trägt er dazu bei, Hemmschwellen niedrig zu halten. In seinem Bericht über seine bisherige erste Amtszeit wird es aber dann doch förmlich. Er streift alle Gebiete der Kommunalpolitik. Zahlenfanatiker kommen auf ihre Kosten. Das Haushaltsdefizit wurde gesenkt, Zuschüsse geschickt nach Grebenstein geholt, aber es mussten auch Steuern und Abgaben erhöht werden.

Sutor berichtet entspannt, der sonst oft von ihm zitierte Satz „Lassen Sie es mich in aller Deutlichkeit sagen“, fällt kaum. Er spricht auch so klare Worte, weist auf die kleinen Erfolge hin, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Spielplätze auf Vordermann gebracht, Verkehrsschilder abgebaut, Breitband in einigen Ortsteilen. Auch die großen Themen streift er: Umsiedlung und Ansiedlung von Gewerbe, Erhalt von Arbeitsplätzen. Reibungslos zu Ende führen kann er sein vorbereitetes Rede-Konzept nicht. Die wenigen Zuhörer haben Fragen, haken nach. Verständlich erläutert er, was in der Macht der Stadt steht, und wo ihr die Hände gebunden sind. Wohnzimmer-Atmosphäre eben.

Nur wenn es um die „heißen Themen“ geht, verschwindet die Lockerheit. Vehement verteidigt er den Ausbau der Friedrich-Wilhelm-Nordbahn, den Bau des Platzes am Freienhof und die städtischen Zuschüsse für die Sanierung des alten Fachwerkgebäudes an der Marktstraße.

Und natürlich geht er auf den Kindergarten ein, auf den Schaden an dem Gebäude, die Sanierung und die Kosten in Höhe von knapp einer Million Euro, die entstehen. Er hoffe, dass die Stadt irgendwann vom Verantwortlichen – wer immer das sein wird – Geld zurück erhalte. Dass dies in seiner zweiten Amtsperiode sein wird, daran glaubt er nicht.

Dass er wiedergewählt wird, gilt als sicher. Er hat keinen Gegenkandidaten. Die größte Überraschung bietet Sutor dann am Ende der dreistündigen Veranstaltung. Er übernimmt die Rechnung, wie in Veranstaltungen in den Ortsteilen auch. Vielleicht hätte er es in seine Ankündigung schreiben sollen. Angesichts von Freibier wäre die Besucherzahl möglicherweise zweistellig geworden.

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