Im Oktober sollen die Stadtverordneten die Entscheidung treffen

Geteiltes Echo auf Sperrung des Grebensteiner Marktplatzes

Gastronomie: Seit Mai wird der Platz vor dem Grebensteiner Rathaus gastronomisch genutzt. In den Sommermonaten wurde das Angebot von vielen gerne genutzt. Unser Bild, das am Himmelfahrtstag entstand, zeigt Bernhard und Sigrid Schick (links) mit Maria Öser vom Genussbistros Sardegna. Ob der Platz dauerhaft gesperrt bleibt, müssen die Stadtverordneten entscheiden.  archiv
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Gastronomie: Seit Mai wird der Platz vor dem Grebensteiner Rathaus gastronomisch genutzt. In den Sommermonaten wurde das Angebot von vielen gerne genutzt. Unser Bild, das am Himmelfahrtstag entstand, zeigt Bernhard und Sigrid Schick (links) mit Maria Öser vom Genussbistros Sardegna. Ob der Platz dauerhaft gesperrt bleibt, müssen die Stadtverordneten entscheiden. archiv

Soll der Platz vor dem Rathaus in Grebenstein weiter für den Autoverkehr gesperrt bleiben? In der Stadt wird das Thema heiß diskutiert. Wir stellen die Argumente gegenüber.

Grebenstein – Seit Mitte Mai ist der Platz vor dem Rathaus in Grebenstein für den Verkehr gesperrt. Die Gastronomie hat das Areal in Beschlag genommen. Es sollte, so Bürgermeister Danny Sutor, ein Versuch sein, um Argumente für die immer wieder aufkeimende Diskussion nach einem autofreien Treffpunkt in Grebenstein zur Hand zu haben. „Bisher diskutieren wir immer im luftleeren Raum“, sagte Sutor zu Beginn der Platzsperrung . Und: „Am Ende des Sommers wissen wir, was dafür und was dagegen spricht. Dann können wir fundiert entscheiden.“Jetzt neigt sich der Sommer dem Ende zu, wir stellen die verschiedenen Argumente gegenüber.

Sommer

Vor allem an schönen Tagen waren die vor Eisdiele und Gastronomie zur Verfügung gestellten Plätze oft gänzlich belegt. Die Stadt hat an lauen Abenden auf jeden Fall an Ambiente gewonnen, was viele Einheimische gerne annahmen. „Es gab aber auch viel Lob von Auswärtigen“, sagt Sutor.

Autoverkehr

Der wurde vom Rathausplatz verdrängt und führt nun über frühere Seitenstraßen. Die Resonanz der Anwohner ist entsprechend. Allerdings gibt es hier Unterschiede. Die Obere Schnurstraße wurde schon immer von vielen Grebensteinern genutzt, die aus Richtung Rixen zu Sporthalle, Schule oder Kindergarten fuhren. Ein parkender Anhänger im Eingangsbereich beim Jungfernturm und Warnbaken, die die Stadt aufstellte, führten dazu, dass nicht zu schnell in die Straße eingebogen wird. Die Proteste der Anwohner wegen des zusätzlichen Verkehrs hielten sich hier in Grenzen, sagt Sutor. Anders im Bereich der Unteren Strohstraße und des Blauen Wandsteins. Hier fuhren in der Vergangenheit überwiegend Anwohner. Jetzt kommt der Verkehr vom Neubaugebiet Richtung Schule hinzu. Die Bedenken sind in diesem Bereich groß. Teilweise wurden Autos deshalb so geparkt, dass die Straße sehr eng wurde.

Die Stadt, so Sutor, hat bei verkehrswidrig geparkten Fahrzeugen Knöllchen verteilt. Das habe gewirkt. Derzeit steht die Geschwindigkeitsmessanlage in diesem Bereich. Sie misst vordergründig das Tempo der Fahrzeug, aber sie erfasst, und das ist der Stadt wichtig, auch die Zahl der Fahrzeuge. Durch Einbahnstraßenregelung versuchte die Stadt, den Verkehr in den Griff zu bekommen. Ob es Verbesserungsmöglichkeiten gibt, soll diskutiert werden.

Fahrradverkehr

Der Rathausplatz ist für den Verkehr gesperrt, Auch Fahrräder müssen also geschoben werden. Durch die Gastronomie ist dies nicht immer einfach. Ob es einen extra Fahrradstreifen auf der Rathausseite geben wird, kann diskutiert werden, so Sutor. Allerdings würden dadurch vermutlich Parkplätze entfallen.

Anwohner

Durch die Gastronomie erhöht sich der Lärmpegel in dem Bereich. Außerdem gibt es Geschäftsleute (Apotheke, Autohaus), die auf Kunden angewiesen sind. „Die Interessenlage ist sehr gemischt“, weiß Sutor. Man habe deshalb eine Umfrage unter den Anliegern gestartet. Die Antworten liefen gerade im Rathaus ein. Eine Tendenz könne deshalb noch nicht genannt werden.

Winter

In den Sommermonaten war der gesperrte Rathausplatz ein beliebter Treffpunkt. Im Winter wird hier, mit Ausnahme des Nikolaimarktes, wohl wenig los sein. Soll der Platz dann gesperrt bleiben? „Wenn wir ihn dann öffnen, müssen wir auch die Verkehrsregelungen wieder ändern“, nennt der Bürgermeister ein Argument dafür, den Platz ganzjährig zu sperren. Aber er sagt auch: Die Stadtverordneten müssen alle Gesichtspunkte bei ihrer Entscheidung berücksichtigen. Die Gemengelage ist sehr unterschiedlich.“ Eine lebhafte Diskussion zeichnet sich also ab.

Die Alternativen

Vorstellbar sind hier eine Vielzahl von Möglichkeiten: Der Zustand von früher, die Sperrung wie jetzt, eine unterschiedliche Sommer-Winter-Regelung, eine halbseitige Öffnung für den Pkw-Verkehr oder eine Sperrung nur im Sommer an Wochenenden. Und das sind nur die gängigsten in Grebenstein genannten Möglichkeiten.

Die Entscheidung

Noch in diesem Jahr sollen die Grebensteiner Stadtverordneten über die Zukunft des Rathausplatzes entscheiden. „Markt“ heißt die gesperrte Straße offiziell und die Diskussion soll sich zum Marktplatz der guten Ideen entwickelt. Nach dem jetzigen Zeitplan, sagt Bürgermeister Sutor, wird in der Oktobersitzung beraten. Ergebnis: offen.

(Michael Rieß)

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