Stadtparlament beschließt Anhebungen

Grebenstein: Abwasser wird teurer, aber Wassergebühr sinkt

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Weniger für Wasser, mehr für Kanal: Unterm Strich werden die Grebensteiner Haushalte ab 1. April pro Kubikmeter 30 Cent mehr zahlen. 

Grebenstein. Fünf Jahre nach der letzten Anhebung hat die Stadt Grebenstein die Gebühren für Wasser und Abwasser prüfen lassen. 

Das Ergebnis des Wirtschaftsberatungsbüros: Beim Wasser können die Gebühren gesenkt werden, beim Abwasser erfordert das festgestellte Defizit eine Erhöhung. Unter dem Strich ergibt sich für die Haushalte eine Belastung von zusätzlich 30 Cent pro Kubikmeter Frischwasser. So hat es das Stadtparlament ohne Gegenstimmen beschlossen.

Deutlich höher fallen dagegen künftig die Gebühren für Niederschlagswasser und die einmalig zu zahlenden Beitragssätze (Wasser und Kanal) für den Anschluss von Bauplätzen aus (siehe Hintergrund). Alle Änderungen treten zum 1. April in Kraft. Die beschlossene Satzung berücksichtigen veränderte gesetzliche Bemessungsgrundlagen. Spätestens im Jahr 2020 sollen die Gebühren und Beiträge wieder auf Kostendeckung kontrolliert werden.

Dass eine Mehrbelastung der Haushalte unumgänglich ist, darüber herrschte Einigkeit im Parlament. Zu einer kurzen Diskussion führte aber die Frage der Ermittlung versiegelter Flächen, für die Kanalgebühren zu zahlen sind. In Grebenstein werden die Dachabmessungen als Maßstab für die versiegelte Fläche zugrunde gelegt, eine pauschalierte Abrechnung also. In vielen anderen Orten erfolgt die Ermittlung der versiegelten Flächen durch Überfliegung der Wohngebiete. Das würde die Stadt allerdings 50 000 bis 100 000 Euro kosten, die auf die Gebührenzahler umgelegt werden müssten, sagte Bürgermeister Danny Sutor.

Der Verwaltungschef zeigte sich überzeugt, dass die in Grebenstein praktizierte Methode rechtlich nicht zu beanstanden sei. Ein weiterer Nachteil der Überprüfung aus der Luft wäre auch, dass die Kontrollen kontinuierlich fortgesetzt werden müssten. Aktuell verlässt sich die Stadt auf die Gebäudeangaben der Grundstückseigentümer.

Leise Kritik kam aus dem Stadtparlament, dass mit den Prüfergebnissen des Fachbüros und den Satzungsentwürfen den Freizeitpolitikern ein hochkomplexes und umfangreiches Zahlenwerk zur Durchsicht binnen weniger Tage vorgelegt worden sei. 

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