Wegen Corona kein gemeinsames Singen

Grebensteiner Musikmäuse sind im Gute-Laune-Video vereint

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Ersatz für Chorprobe: Jeder für sich und im Video vereint sind die Musikmäuse aus Grebenstein und Meimbressen auf Youtube zu hören und sehen.

Ein Video, das gute Laune macht, ist seit etwa einer Woche auf Youtube im Internet zu sehen. „Wir singen, tanzen, lachen“ schallt es dem Nutzer aus 38 Kinderkehlen entgegen.

Die Jungen und Mädchen aus Grebenstein und Meimbressen singen normalerweise zusammen im Chor in Grebenstein oder Meimbressen. Doch weil Chorgesang in Corona-Zeiten nicht geht, hat sich Chorleiterin Dorothea Kunz einen Ausweg einfallen lassen: Jeder singt für sich und in dem von ihr mühsam zusammengestellten, professionell wirkenden Video sind alle zusammen zu hören und zu sehen.

Die Resonanz ist überwältigend. „Es ist so wunderbar. Ich habe es mir schon fünf Mal angesehen. Die Kinder machen das so toll!“, mailte beispielsweise eine Lehrerin an die Chorleiterin. Vor gut fünf Jahren hat Kunz den Chor in der Kindertagesstätte Grebenstein gegründet. Die über Dreijährigen können mitmachen, wenn sie Lust haben.

Produktion des Videos war gar nicht so einfach

Und damit der Kontakt zur Kita erhalten bleibt, können sie auch noch im ersten Jahr nach dem Wechsel zur Grundschule mitsingen. Einmal pro Woche wird geprobt. Normalerweise. Seit Mitte März geht dies nicht mehr. Die Kitas sind geschlossen, Chorprobe verboten. Um den Kindern die Freude am Singen zu erhalten, hatte Kunz die Idee des virtuellen Chorgesangs. Die Anregung hatte sie aus sozialen Medien. Doch so leicht und unterhaltsam wie sich fertige Musikvideos präsentieren, ist die Produktion nicht, stellte Kunz schnell fest.

Schließlich gelang es ihr aber, eine passende Musikdatei zu finden. Sie sandte die Datei an die Eltern der Kinder. Mit Kopfhörer oder Ohrstöpsel ausgestattet hörten die Kinder dort die Musik und sangen dazu. Wie bei Karaoke. Die Eltern filmten die Kinder dabei und übermittelten das Video ihres Kindes an Dorothea Kunz. Für die begann dann die Hauptarbeit. Um einen Chorgesang erklingen zu lassen, mussten die Tonspuren übereinander gelegt werden, damit das Ganze auch optisch gut rüberkommt und den Eindruck eines Chors vermittelt, wurden die Filme entsprechend geschnitten.

Ganz in ihrem Element: Dorothea Kunz leitet Chöre im Kindergarten und der Grundschule Grebenstein sowie im Kindergarten Meimbressen. Derzeit kann sie aber nicht, wie hier vor der Coronakrise, mit den Kindern gemeinsam singen. 

„Drei Tage hab ich in etwa daran gearbeitet. Aber es hat Spaß gemacht“, sagt Kunz, die „nebenbei“ auch noch ihre vier Kinder – drei im Grundschulalter, eines im Kindergarten – zu betreuen hatte. Dass die Produktion sowohl Kindern als auch Kunz Spaß machte, ist dem Video anzusehen. Und die Lebensfreude springt unwillkürlich vom Video auf den Betrachter über. Und weil sie in den letzten Tagen so viel positive Resonanz erhielt, will Kunz das nächste Projekt angehen: Mit dem Chor der Burgbergschule, den sie ebenfalls leitet.

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