Das historische Foto

Gedenktafel erinnert: Synagoge Grebenstein wurde 1940 abgerissen

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Die frühere Synagoge in Grebenstein.

Grebenstein. Fast 80 Jahre ist es her, dass die Synagoge in Grebenstein abgerissen wurde. Früher hatten sich dort rund 80 Juden getroffen, um zu beten.

Bevor es in Grebenstein eine Synagoge gab, hatte sich die damalige jüdische Gemeinde im Schulhaus getroffen, um Gottesdienste zu feiern. Diese Schule hat in unmittelbarer Nachbarschaft zur später errichteten Synagoge an der Schachtener Straße gestanden.

1895 wurde durch eine Spende des Frankfurter Bankiers Goldschmidt, ein Sohn eines in Grebenstein lebendem Juden, der Bau der Synagoge ermöglicht, berichtet Wolfgang Tölle vom Ackerbürgermuseum Grebenstein.

Heimlich aufgenommen: Foto vom Abriss der Synagoge im Jahre 1940.

Um 1900 gehörten rund 80 Personen der „Israelitischen Gemeinde Grebenstein“ an. Juden aus Grebenstein, Immenhausen und Holzhausen kamen hier zum Gebet zusammen. Da man keinen eigenen Rabbiner hatte, wurde die Gemeinde von einem Kreisrabbiner geführt. Außerdem soll man sich mit einem Vorsänger beholfen haben, der auch gleichzeitig Lehrer an der Judenschule war.

In der Reichspogromnacht der Nationalsozialisten im Jahre 1938 wurde das Gebäude stark beschädigt und die Bestuhlung auf die Straße geworfen, zwei Jahre später wurde das Gotteshaus schließlich abgerissen und das Grundstück verkauft.

Nur eine Tafel erinnert an die Synagoge

Heute erinnert an die Synagoge nur noch eine metallene Gedenktafel, die 1994 am Nachfolgebau angebracht worden ist. Die vorherigen aus Keramik waren Jahrzehnte zuvor zerstört worden.

Bebaut: Heute steht an derselben Stelle ein Fachwerkgebäude.

1345 wurden erstmals Juden in Grebenstein erwähnt. Erst 1631 ist in Dokumenten wieder von ihnen die Rede. Seit dieser Zeit lebten bis 1939 Juden in der Kleinstadt. 1933 gab es noch 13 jüdische Geschäfte. Neben der Synagoge gab es im Ort auch ein rituelles Bad, der jüdische Friedhof am Burgberg existiert heute noch.   

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