Landkreis informiert über aktuelle Planungen

500 Grebensteiner besuchten Info-Veranstaltung zu Flüchtlingsunterkunft

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Platz für 50 Flüchtlinge: Noch im November sollen in dem bisherigen Verwaltungsgebäude der Firma German E-Cars auf dem so genannten Fräger-Gelände in Grebenstein Flüchlinge untergebracht werden, die Aussicht auf eine langfristiges Bleiberecht haben.

Grebenstein. Noch im November werden die ersten Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft über der Bahn einziehen. Jörg Roßberg vom Landkreis erläuterte die Pläne vor Ort.

Im Verwaltungsgebäude von German-E-Cars (die Firma zieht ganz nach Kassel) sollen 40 bis 50 Flüchtlinge untergebracht werden, erklärte Roßberg bei einer Informationsveranstaltung in der Grebensteiner Kulturhalle.

Über 500 Einwohner konnte Bürgermeister Danny Sutor dazu begrüßen. Diese Zahl zeige, wie groß das Interesse an Informationen sei, meinte der Verwaltungschef. Und die Besucher erhielten dann auch jede Menge Informationen. Zunächst erläuterte Roßberg die Unterbringungspolitik des Kreises. Er wies ausdrücklich daraufhin, dass die Unterkunft in Grebenstein nicht unter die Rubrik „Erstaufnahme“ falle, wie dies in Calden der Fall sei, sondern dass hier Menschen mit einer Perspektive auf ein Bleiberecht untergebracht werden sollen. Politik des Kreises sei es, dafür nicht Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser zu nutzen. Auch Industriehallen seien auf der Prioritätenliste nicht oben. Allerdings wisse niemand, wie sich die Situation weiter entwickle.

Auf dem Grundstück über der Bahn stehe neben dem Verwaltungsgebäude der Firma, in dem bis zu 50 Menschen wohnen könnten, noch vier Industriehallen mit insgesamt 4000 Quadratmetern Fläche. Bis zu 400 Menschen könnten hier, auf dem Fräger-Gelände, wie es im Volksmund heißt, im Notfall Unterkünfte finden. Allerdings sei dies nicht aktuell.

Nach den Infos hatten die Grebeinsteiner die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Dabei wurde deutlich, dass der Kreis kein Interesse hat, eine homogene Gruppe unterzubringen. Es habe sich bewährt, Alleinstehende, Familien und Menschen verschiedener Herkunftsländer gemeinsam unterzubringen. Gerade Familien würden sich als Stabilisatoren erweisen. Auch Sonderrechte werde es für die Flüchtlinge nicht geben. Tenor der Aussagen: Die Neuen müssten sich den Gepflogenheiten in Deutschland anpassen. Einen Zaun zur nahegelegenen Bahnstrecke werde es beispielsweise nicht geben.

Ein Ansteigen der Kriminalität im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften habe es bislang nachweislich nicht gegeben, sagte Roßberg. Bekannt sei, dass hin und wieder Privatgrundstücke betreten würden. Hier wird den Eigentümern geraten, klar und deutlich zu sagen, dass es sich um ein Privatgrundstück handelt. Dies wirke meist. Das Wort privat verstehe jeder. Sollte es dennoch zu Ärger kommen, mögen die Betroffenen umgehend den Landkreis und die Hausleitung benachrichtigen. Auch der Kreis habe Interesse an einem problemlosen Miteinander. Dafür habe man unter anderem auch je 50 Flüchtlingen einen Sozialarbeiter.

Auf Freiwillige ist man dennoch angewiesen. Wer helfen möchte, wendet sich an die Stadt, Tel. 05674/7050 oder 70526.

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