Hotel Deutsche Eiche schließt

Grebensteiner Gastwirt Wolfgang Schultz sieht keine Chance mehr

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Wird fehlen: Das Restaurant und Hotel Deutsche Eiche in Grebensteins Altstadt. 

Jetzt ist es endgültig: Das Hotel und Restaurant Deutsche Eiche in Grebenstein wird nicht erst in eineinhalb Jahren schließen, sondern bereits zum Ende dieses Monats.

Gaststätte und Restaurant sind am Sonntag, 27. Oktober, zum letzten Mal geöffnet, das Hotel schließt am 31. Oktober, bestätigte Inhaber Wolfgang Schultz gegenüber unserer Zeitung.

Die Gründe sind komplex, liegen aber vor allem darin, dass sich Inhaber und Pächter Wolfgang Schultz nicht mit dem Besitzer Christian Kropf, Geschäftsführer der Kurhessische Getränke GmbH, über die Fortführung des Pachtvertrages einigen konnte. Der bereits 2017 gekündigte Pachtvertrag wurde immer wieder kurzfristig verlängert. Es gab verschiedene Anläufe beider Seiten und auch Vermittlungsversuche der Stadt, aber letztlich entschloss sich Schultz, auf eine im Frühjahr angestrebte Verlängerung bis Mitte 2021 nicht mehr einzugehen.

Vorausgegangen waren schon längere Differenzen, aber auch positive Gespräche und ein Vergleich im Jahr 2015, nachdem es Debatten um ausstehende Reparaturen gab. Auch jetzt war die Höhe der Nebenkosten, die laut Schultz fast so hoch wie die monatliche Pacht sind, ein Auslöser für das endgültige Aus. Zudem sei es immer schwieriger geworden, qualifiziertes Personal zu finden.

Wird fehlen: Das Restaurant und Hotel Deutsche Eiche in Grebensteins Altstadt. 

Vom Besitzer des Gebäudes war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten. Christian Kropf ist nach Aussagen seiner Firma erst nächste Woche wieder für eine Stellungnahme zu erreichen. Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor bezeichnete das Aus des Traditionshotels gegenüber unserer Zeitung als „absolute Katastrophe“. Gerade sei der Bedarf an Hotelbetten durch Monteure und auch Touristen wieder gestiegen. Die Stadt Grebenstein habe die Rahmenbedingungen für den Tourismus verbessert und werbe jetzt als Mitglied im Naturpark Reinhardswald, und dann falle so ein wichtiges Stück Infrastruktur weg, moniert Sutor.

Nachdem die Gaststätte neben dem Rathaus geschlossen wurde, dann das griechische Lokal „Akropolis“ in der Unterstadt schloss, gebe es demnächst nur noch das Bistro und den Grill am Gänsemarkt, der Ende 2020 aber auch schließen wolle. Gerade für größere Familienfeiern sei die Situation in Grebenstein mit insgesamt 6000 Einwohnern völlig unbefriedigend. Einen großen Saal gebe es dann nur noch im Gemeinschaftshaus Udenhausen.

Gegenüber der Stadt habe Christian Kropf bestätigt, dass der Vertrag für die Deutsche Eiche gekündigt sei. Nach seinen Angaben sei es noch offen, wie es mit der Gastronomie in der Eiche weitergeht, sagt Sutor. Laut Kropf gebe es verschiedene Optionen für die Weiternutzung, auch ein Umbau zu Wohnungen war im Gespräch. Das Gebäude steht schon seit längerem zum Verkauf und es gebe auch Interessenten aus der Gastronomie, heißt es.

Wolfgang Schultz weist seine Kunden unterdessen in einem Schreiben im Lokal auf die aktuelle Situation hin. Kunden, die noch Gutscheine haben, sollten diese bis Monatsende einlösen, „aber möglichst nicht erst am letzten Tag.“ Sein Projekt „Menü auf Rädern“, mit dem das Eiche-Team seit drei Jahren rund 150 vor allem ältere Personen mit einem Mittagessen „wie im Restaurant“ versorgt, will Wolfgang Schultz fortführen.

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