Stadt hat Gutachterbüro mit der Ursachenermittlung beauftragt

Wegen Feuchtigkeit in Kita: Kinder im Container untergebracht

Kaum zu sehen: Nachdem alle Möbel und Spielsachen mit umgezogen sind, gibt es im Container-Kindergarten (im Bild Erster Stadtrat Horst Wolff und Jeannette Emmerich, stellv. Kita-Leiterin) kaum einen Unterschied zur normalen Kita (vor dem Fenster). Fotos: Thiele

Grebenstein. Wegen Baumängel musste ein Haus der Grebensteiner Kindertagesstätte geschlossen werden. Nun sind die Kinder in einem Provisorium untergebracht.

Ein Kindergarten im Container? Kann man das den Kindern wochenlang zumuten? Diese Frage stellt sich nicht mehr, nachdem die drei Gruppen mit insgesamt 57 Kindern aus dem gesperrten Haus 2 der Kindertagesstätte Grebenstein in ihre Notunterkunft umgezogen sind. Der Betrieb läuft bereits in der dritten Woche - fast so wie am alten Standort, und ohne Probleme. Nur - wie lange dieses Provisorium dauern wird, ist völlig offen.

Fehlersuche: Durch Bohrungen in den Räumen wird die Feuchtigkeit unter den Fußböden untersucht, wie Horst Wolff hier zeigt.

Derzeit, so berichtete Erster Stadtrat Horst Wolff am Montag den Stadtverordneten, laufen Untersuchungen zur Ursache der Feuchtigkeit, die in dem 2009 bezogenen Kita-Erweiterungsbau zum Problem wird. Dort hatten sich - wie berichtet - zuerst an den Fußleisten Feuchtigkeitsspuren gezeigt. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass sich offenbar unter dem gesamten Gebäude Feuchtigkeit zwischen dem Fußboden und der darunter liegenden Bitumenbahn gesammelt hat.

Ob diese Feuchtigkeit aus einer undichten Wasserleitung stammt, aus einem Abfluss, ob es von der Oberfläche eindringt oder aus dem Untergrund, ist unklar. Deshalb hat die Stadt ein Gutachterbüro mit der Ursachenermittlung beauftragt, um Beweismittel in der Hand zu haben. Denn danach wäre zu klären, ob es sich um einen Planungs- oder Ausführungsfehler handelt. Soweit sind die Untersuchungen aber noch nicht. Derzeit werden gerade in allen Räumen Kernbohrungen in den Boden eingebracht, um die Feuchtigkeit zu messen. Gleichzeitig laufen Druckmesungen an den Wasserleitungen. Auch die Sanitäranlagen wurden schon kontrolliert. Wolff: „Es ist wichtig, jetzt Beweise zu sichern“.

Wie lange das ganze Verfahren dauert, ob der Kindergartenanbau am Ende saniert werden kann oder abgerissen und neugebaut werden muss, das ist noch völlig offen.

Bis dahin haben sich die Kinder und die Betreuerinnen in dem Container-Quartier eingerichtet. In 23 Wohncontainern, die in der Regel 2,5 mal sechs Meter groß sind und mit variablen Wänden beliebig kombiniert werden können, wurde der Kindergarten mit neun Räumen nachgebaut - einschließlich Küche, Büro und Ruheraum. Sogar der Ausblick geht ins Grüne. Das einzige, was fehlt, ist der Garten zum Spielen und Toben. Doch der ist am alten Standort weiter zu nutzen, er liegt ja nur wenige Meter entfernt auf der anderen Straßenseite.

Alle drücken die Daumen, dass bald ein Ergebnis vorliegt. Die Containermiete kostet immerhin 7000 Euro im Monat. Den Kindern allerdings ist es egal, in welchen Räumen sie spielen - Hauptsache ist, die vertrauten Gesichter sind da.

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