Grebensteiner Wilfried Seng zeigt seine Clowns

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Liebt die mit der roten Nase und den zu großen Schuhen: Wilfried Seng hat Zeit seines Lebens schon viele Marionetten und Stabfiguren gefertigt. Aktuell zeigt er in Haus Wiegand die Ausstellung „Bravo für den Clown“, wo es rund um die Spaßmacher aus der Zirkusmanege geht.

Grebenstein. Die Wesen mit der roten Knollnase haben es Wilfried Seng angetan. Am Sonntag will der Grebensteiner noch einmal seine Ausstellung „Bravo für den Clown" im Haus Wiegand öffnen.

Figurentheater begleitet den ehemaligen Schulleiter der Burgbergschule Grebenstein fast sein gesamtes Leben. „Schon in meiner Examensarbeit habe ich mich mit dem Thema beschäftigt“, erklärt der 75-Jährige. Obwohl er sich im Studium mit Sport, Physik und katholischer Religion beschäftigt hatte, war der Hang zur Kunst da.

„Als ich Mitte der 70er-Jahre zur Burgbergschule kam, habe ich im Wahlpflichtbereich Figurentheater angeboten.“ Auch damals schon hat Seng die Charaktere der Stücke mit den Schülern selbst gebaut. „Der wichtigste Bestandteil dabei ist die Tageszeitung, aus der schließlich das Gesicht geformt wird.“ Überwiegend kämen bei ihm Recycling-Materialien zum Einsatz, denn kosten solle eine Figur nicht viel. Für die fantasievollen Kostüme der Figuren war bisher Sengs Ehefrau Irmgard zuständig. Mit filigran gearbeiteten Kleidungstücken hat sie die Stabfiguren und Marionetten ihres Gatten eingekleidet.

„Stabfiguren sind wesentlich leichter zu spielen als Marionetten, deshalb habe ich sie an der Grundschule oft bevorzugt.“ Außerdem hätten sie eine gewisse Statik, was auch reizvoll sei. Von den Bremer Stadtmusikanten über die Sieben Schwaben bis hin zur Weißen Frau von Grebenstein - alljährlich hat Seng mit seinen Schülern mehrere Stücke einstudiert und aufgeführt. Sogar nach seiner Pensionierung hat er die Theaterarbeit an der Schule noch fortgeführt, die aber vor zwei Jahren ins Stocken kam.

Doch wer soviel Leidenschaft für Figurentheater mitbringt, kann natürlich nicht ohne. Mit einer kleinen Gruppe von Bekannten studiert er gerade „Der goldene Krug“ ein“, der auf der Puppenbühne im Haus Wiegand aufgeführt werden soll.

Quer durch die Welt der Märchen, Mythen und Sagen hat der Grebensteiner schon Figuren geschaffen, die er in einem eigenen Raum in seinem Haus aufbewahrt. Clowns übten auf den Pensionär schon immer eine Faszination aus: „Es sind diejenigen, die den Menschen die Wahrheit näher bringen, aber dabei nicht beleidigen.“ Außerdem seien sie nicht nur Spaßmacher, es gebe auch den nachdenklichen Clown oder denjenigen, der nie spreche, wie Pierrot. Geht man in Sengs kleiner Galerie in den hinteren Raum, wird man von einem Spiegel überrascht. „Der hängt extra dort, denn meine Besucher sollen sich ruhig mal die Frage stellen, wann sie den Clown spielen, also nicht ihr wahres Gesicht zeigen.“

Info: Am morgigen Sonntag, 17. Juli, kann die Ausstellung zwischen 14 Uhr bis 18 Uhr im Haus Wiegand, Marktstraße 16, in Grebenstein besucht werden.

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