Neues Angebot für Kita-Personal in Grebenstein

Arzt kommt zum Testen in den Kindergarten

Sicherheit in der Kita geht vor: Um den Zeitaufwand für Coronatests zu minimieren, werden in Grebenstein Erzieherinnen und Erzieher direkt am Arbeitsplatz von einem ortsansässigen Arzt getestet.
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Sicherheit in der Kita geht vor: Um den Zeitaufwand für Coronatests zu minimieren, werden in Grebenstein Erzieherinnen und Erzieher direkt am Arbeitsplatz von einem ortsansässigen Arzt getestet.

Seit Wochen sprechen die Bundespolitiker davon: In Kindergärten und Schulen muss regelmäßig getestet werden.

Grebenstein - Zumindest was das Kindergartenpersonal anbelangt, preschte die Stadt Grebenstein nun vor: Einmal wöchentlich werden die gut zwei Dutzend Erzieherinnen getestet.

Die Erzieherinnen müssen dazu keine Arztpraxis und kein Testzentrum aufsuchen – der Grebensteiner Arzt Dr. Ullrich Claus kommt zu ihnen in die Einrichtung. „Das ist zwar ein ganz schöner Aufwand, aber er lohnt sich“, zieht Claus Bilanz. Und: „Die Hemmschwelle ist dadurch deutlich gesunken“, stellte der Mediziner nach der ersten Testung fest.

Grebenstein ist damit eine der wenigen nordhessischen Gemeinden, die für das Kindergartenpersonal diese Art der Testung anbietet. „Ich glaube, wir haben hier eine Art Vorreiterrolle“, sagt die Leiterin der Kindertagesstätte, Vivian Heber.

Seit Ausbruch der Pandemie, also seit einem Jahr, ist Sicherheit vor Corona im Kindergarten ein Thema, das für die Städte als Träger der Einrichtung ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Um diese Sicherheit zu erhöhen, haben Erzieherinnen seit Februar die Möglichkeit, sich wöchentlich testen zu lassen. Das aber ist für die Berufstätigen immer mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Außerdem: Das Testen und die damit verbundenen Fahr- und Wartezeiten dienen zwar auch der Sicherheit der Kinder, sie werden aber nicht als Dienstzeit gewertet.

In Grebenstein war man deshalb bemüht, hier eine sinnvolle Lösung zu finden, sagt Bürgermeister Danny Sutor, der hervorhebt, dass sich auch der Elternbeirat der Kita mit dem Thema befasste. Die angestrebte praktikable Lösung war dann schnell gefunden und ebenso schnell in die Tat umgesetzt. „Wir nahmen Kontakt mit der örtlichen Gemeinschaftspraxis Claus auf“, sagt Sutor. Und dort stieß man auf offene Ohren.

„Das Testen ist eine sinnvolle Sache“, betont Dr. Claus, der vorige Woche zusammen mit einer Arzthelferin erstmals in den Kindergarten kam. Etwa 1,5 Stunden dauerte es, bis alle Erzieherinnen getestet waren, berichtet Kita-Leiterin Heber. Erleichterung kam auf, als das Ergebnis feststand: Alle Tests waren negativ. Der Zeitaufwand sei zwar hoch, meint Dr. Claus, aber er lohne sich. Ziel sei es, die Testschritte so gut zu erklären, dass er als Arzt in einigen Wochen nicht mehr persönlich die Tests machen müsse.

Zunächst aber steht noch eine Ausweitung des Modells zur Debatte. Auch die Lehrer aus den benachbarten Schulen könnten in die Testung integriert werden, meinen Sutor und Claus übereinstimmend. An Testmaterial wird dies nicht scheitern. Dr. Claus: „Es ist genügend vorhanden.“

Geimpft ist das Kita-Personal übrigens noch nicht. Ursprünglich sollte dies am vergangenen Wochenende stattfinden. Doch wegen des zwischenzeitlichen Impfstopps für Astrazeneca wurde der Termin verschoben; auf Karsamstag und Ostersonntag, wie Kreissprecher Harald Kühlborn sagt. Dann werden impfwillige Erzieherinnen, auch aus anderen Kommunen, in Calden die immunisierende Spritze erhalten. (Michael Rieß)

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