Beautyprogramm für Kühe

Lauftraining, Haarstyling und Klauenpflege fürs Kuhfräulein

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Fenja Eckart ist so etwas wie ein alter Hase, wenn es um das Vorführen von Kälbern und Rindern geht. 

Seit sieben Jahren schon präsentiert die 13-jährige Immenhäuserin schon junge Kühe bei Tierschauen, wie etwa in Wolfhagen, wo am Wochenende wieder ein großer Auftritt ansteht.

Deshalb trainiert Fenja derzeit mehrmals pro Woche mit ihrer Lilli, einer schwarzbunten Schönheit aus dem Stall ihres Onkels in Udenhausen. Dort hat sie auch ihre Liebe zu den einfühlsamen Milchgebern entdeckt, die sie als „ihre absoluten Lieblingstiere“ bezeichnet. So kommt es auch immer mal wieder vor, dass man den Teenager mit einer ihrer Freundinnen beim Kälbchen-Gassigehen im Ort entdeckt.

Für Lilli hat sie sich entschieden, weil sie „gute Proportionen“ mitbringt, ihre Optik dem züchterischen Ideal nahekommt. Am Anfang sei sie zwar etwas „schüchtern“ gewesen, doch das hätte sich inzwischen gegeben, nun sei sie sehr zutraulich, ein wahres Schmusetier, meint ihre Trainerin.

Auf das Gesamtbild kommt es an

Wenn die beiden demnächst in den Schauring treten, kommt es vor allem auf ein harmonisches Gesamtbild an. Der Richter soll erkennen können, dass beide ein Team sind. Große akrobatische Leistungen werden dabei nicht verlangt, aber im Kreis laufen und das Rind an einem bestimmten Punkt zum Stehen bringen, gehört zu den Aufgaben. Wie Fenja dann etwa das Halfter halten wird und ob sie stets in der korrekten Position bleibt, wird dann genauestens beäugt.

„Bis das sitzt, braucht man schon viele Übungsstunden, ich bin seit Wochen dabei“, sagt Fenja. Besonders wichtig sei es, Vertrauen aufzubauen. Deshalb verbringt die Schülerin möglichst viel Zeit mit ihrem Rind, redet möglichst viel mit ihm und gönnt ihrem „Teampartner“ auch reichlich Streicheleinheiten. „Und wenn Lilli gut beim Training mitmacht, gibt’s als Belohnung ein Äpfelchen.“

Da es bei der Schau auch auf das Äußere – und zwar beider – ankommt, hat Fenja ihrem Schützling auch entsprechend das Fell geschoren. Entlang der Wirbelsäule lasse man die Haare länger stehen, sodass dort ein kleiner Kamm, die sogenannte Topline, bleibe, erklärt sie. Grundsätzlich dürften die Übergänge zwischen den verschiedenen Partien nicht zu sehen sein, dann wäre der Schnitt gut.

Beautyset für Kühe: Fenja ist gut ausgestattet

Neben ihren beiden Kuhschermaschinen hat sie in dem entsprechenden Beautyset auch Shampoo und eine Art Haarspray – „natürlich alles extra für Kühe“. Damit sich das Kuhfräulein ans Waschen gewöhnt und auch nicht zu sehr verdreckt, wird sie regelmäßig geduscht. Außerdem half Fenjas Vater dabei, die Klauen in eine perfekte Form zu bringen. Dass die Färse davon nicht allzu begeistert ist, weiß die Tierliebhaberin, doch das gehöre nun mal dazu. Auf ein gepflegtes Erscheinungsbild würde die Jury großen Wert legen.

Nach Wolfhagen soll es im Herbst noch zu einer Vorführung nach Alsfeld gehen. „Dafür muss ich ein anderes Rind nehmen, da Lili dann zu groß ist.“ Denn: Der Rücken des Tieres sollte auf dem Niveau zwischen Ellenbogen und Schulter des Vorführers liegen. Also beginnt das Training demnächst von vorn, aber das macht der kuhbegeisterten jungen Dame nichts aus. Schließlich möchte sie auch mal Landwirtin werden, denn so könne sie viel Zeit mit ihren tierischen Lieblingen verbringen.  

Auftritt beim Wolfhager Viehmarkt

Was sie für Chancen dieses Jahr beim Vorführen auf dem Wolfhager Viehmarkt hat, kann Fenja Eckart nicht genau sagen. „Ich hatte schon Tiere, die liefen zuhause gut und bei der Schau gar nicht.“ Aber auch den umgekehrten Fall habe sie schon erlebt. Insgesamt war die Immenhäuserin schon fünf Mal Erste bei einer Tierschau – davon in Wolfhagen einmal. Übrigens geht auch ihre jüngere Schwester Svea dem Hobby nach. Weil sie erst sieben Jahre alt ist, wird sie am kommenden Freitag ein Kalb präsentieren, mit welchem sie einen Parcours in Form einer Acht laufen muss

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