Unterricht für jugendliche Asylsuchende 

In Grebenstein und Karlshafen: Flüchtlinge wechseln in normale Klassen

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Dankbar für Unterricht: Wer mit den jugendlichen in der Intensivklasse von Robin Göring (Heinrich-Grupe-Schule, Grebenstein) spricht, merkt schnell, dass die Schule den Flüchtlingen Spaß macht. 

Grebenstein. Für viele junge Flüchtlinge im Kreisteil Hofgeismar endet bald ihr erstes Jahr an einer deutschen Schule: Ein Großteil – 4000 sollen es in ganz Hessen sein – wird dann die sogenannten Intensivklassen verlassen und im neuen Jahr in reguläre Klassen wechseln. Allerdings gibt es offene Fragen, beispielsweise wie Flüchtlinge künftig mit Noten zu bewerten sind.

Zu den Schulen mit Intensivklassen gehört die Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein. 32 Flüchtlinge im Alter zwischen zehn und 16 Jahren werden hier in zwei Intensivklassen unterrichtet – eine für stärkere Schüler, eine für schwächere. Zwei junge Lehrer mit einer Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache (Daz) unterrichten die Jugendlichen altersübergreifend. Die Bilanz fällt nach einem Jahr sehr positiv aus: „Wir sehen die Intensivklassen als absolute Bereicherung“, sagt Schulleiterin Martina Boye-Griesel.

Dem positiven Fazit schließt sich auch Driton Mazrekaj, Schulleiter der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen, an. Die MDS hat 29 Schüler in zwei Intensivklassen. Wie in Grebenstein werden die Jugendlichen je nach Können in einzelnen Fächern zusätzlich in den normalen Klassen unterrichtet. Das soll den Übergang im neuen Jahr erleichtern.

Mazrekaj lobt das Land Hessen, das sich die Integration einiges kosten lasse: 22 Wochenstunden gibt es pro Intensivklasse. „Das ist enorm.“ Er gibt aber zu bedenken, dass Schulen soziale und sprachliche Integration leisten können – und nicht psychologische Betreuung traumatisierter Kinder. Auch dass Intensivschüler nach maximal zwei Jahren in den Regelschulbetrieb integriert werden sollen sei utopisch – manche seien gar nicht alphabetisiert. Mazrekaj ist aber zuversichtlich, dass es Lösungen gibt. „Die Schulen erhalten bis Ende des Jahres weitere Informationen“, kündigt Philipp Bender, Sprecher des Kultusministeriums, an. 

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