Kaiserteich wird von Hessen-Forst saniert

Biotop: Der Kaiserteich im oberen Soodetal wird nicht mehr fischereiwirtschaftlich genutzt – seit den 70er-Jahren kann er sich natürlich entwickeln. Baumwurzeln machen ihn undicht. Fotos: Temme

Udenhausen. Schwarzstorche und Graugänse, Eisvögel - sie alle sind regelmäßig zu Gast am Kaiserteich bei Udenhausen. Dieses Biotop im oberen Soodetal ist in Gefahr.

Grund dafür ist der Damm, der durch dicke Baumwurzeln durchlässig wurde, so dass der Teich immer mehr Wasser verlor.

Jakob Gruber, der das nahe liegende Forsthaus am Kaiserteich bewohnt und selbst als Funktionsbeamter für Naturschutz im benachbarten Forstamt Wolfhagen tätig ist, kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um den Teich und hat sich für den Erhalt des historischen Weihers stark gemacht. Hessen-Forst finanziert nun die Reparatur des Dammes, welche mit rund 6000 Euro veranschlagt ist. Um den Weiher vor Wasserverlust zu schützen, wurde nun ein drei Meter tiefer und 25 Meter langer Graben entlang des Dammes ausgehoben, der mit spezieller Füllmasse abgedichtet werden soll. Nach Beendigung der Arbeiten soll der fast ein Hektar große Teich wieder 1,30 Meter Wassertiefe haben.

Für Gruber ist das Gewässer nicht nur wegen seiner langen Historie erhaltenswert, sondern vor allem wegen der hohen Artenvielfalt: „Der Kaiserteich liegt fernab von öffentlichen Verkehrswegen, was beispielsweise für die Krötenwanderung wichtig ist.“ Hinzu käme, dass der immerhin 400 Jahre alte Teich nur von der Soode und den Grundwasserquellen gespeist werde und somit eine hervorragende Wasserqualtität aufweise. Ein Zeugnis dafür seien die zahlreichen Teichmuscheln, die hier vorzufinden sind. „Da der Teich kaum von der Bewirtschaftung beeinflusst wird, konnte hier ein Amphibienbiotop entstehen.“ Insgesamt handele es sich hier um ein sehr naturnahes Biotop, was es durch seine geringen äußerlichen Beeinflussungen nur noch selten gebe, erklärt der Förster.

Jahrhundertelang wurde der Teich fischereiwirtschaftlich genutzt - zuletzt in den 70er Jahren. Seitdem hat sich das Biotop, welches zu einem Großteil von Erlen, Eichen und Weiden gesäumt wird, natürlich entwickeln können. Genau deshalb haben Graugänse hier schon gebrütet, der Schwarzstorch schaut öfter mal vorbei und der prächtige Eisvogel ist sowieso ein stetiger Gast. (zta)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.