Vielseitig verwendbar

Kastanien gegen Krampfadern – Tipps von Grebensteiner Kräuterfrau

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Aus Kastanien lässt sich allerlei zaubern: Kräuterfrau Annette Zimmermann schwört auf Venen-Gel, welches mit wenigen Zutaten hergestellt werden kann.

Grebenstein. Seit Wochen sind Kastanien reif, liegen vielerorts unter den Bäumen. Kräuterfrau Annette Zimmermann verrät, was man aus den Herbstfrüchten herstellen kann.

Kinder nutzen sie zum Basteln, Tiere zum Fressen und Naturliebhaber zaubern aus ihnen allerlei Nützliches. Vom Heilmittel gegen Krampfadern bis hin zum wohltuenden Rheumabad gibt es einige Anwendungen – und das für wenig Geld. „Nicht nur die Kastanien selbst, sondern auch die Blüte und Rinde sind verwertbare Teile“, erklärt die Grebensteinerin. Jetzt im Herbst geht es natürlich um die schönen braunen Früchte, deren Inneres das sogenannte Aescin enthält. „Keine alten, sondern noch glänzende Kastanien packe ich dafür in einen Stoffbeutel und klopfe mit etwas Festem drauf, so dass die Kastanien aufspringen“, sagt die 50-Jährige. Anschließend kann man leicht das gelbliche Innere aus der Schale herauspellen und in kleine Teile schneiden.

In der Kräuterwerkstatt: Aus Kastanien kann man viel herstellen. Als Badezusatz, Venen-Gel, Mittel gegen Blattläuse oder Shampoo etwa ist das Innere der Früchte nützlich.

Eines von Zimmermanns liebsten Rezepten ist ein Venen-Gel, was sich auch gut gegen Krampfadern einsetzen lässt. „Die Flavone im Zellsaft festigen Aderwände und fördern den Blutfluss, während das Aescin vor allem gewebeentwässernd wirkt.“ Für das Gel braucht es allerdings einen zeitlichen Vorlauf, da man dafür eine Tinktur herstellen muss. Damit löse sie die Wirkstoffe aus der Pflanze mit hochprozentigem Alkohol. „Im Supermarkt gibt es günstig einen 70 prozentigen Klaren aus dem Osten, namens Prima Sprit, der sich dafür gut eigne.“ Mit etwas Tee aus Kastanien, Gelbilder, etwas Öl und ein paar Tropfen ätherisches Öl ist das wirkungsvolle Venen-Gel schnell gemacht (Rezept unten). 

Sich im Herbst einen kleinen Vorrat von Kastanienpulver anzulegen, empfiehlt die Kräuterfrau zudem. „Einfach die gelblichen Teile im Backofen trocknen und dann in einer Kaffeemühle zerkleinern.“ So hat man für verschiedene Anwendungen immer einen Vorrat zur Hand. Dazu zählt auch ein straffendes Vollbad, was außerdem gegen Rheuma hilft. Einen Eimer mit aufgeknackten Kastanien füllen, mit kochendem Wasser bedecken und über Nacht ziehen lassen. Die Brühe dann durch ein Sieb ins Badewasser gießen.

Gegen Parodontose

Hilfreich sind die Herbstfrüchte auch zur Beruhigung der Haut, wofür man das Kastanienpulver entweder mit etwas Wasser anrührt und aufträgt oder sie einer Trägersubstanz wie Quark beimischt. Auch als Mittel gegen Parodontose sind die Inhaltsstoffe wirksam - am einfachsten ist es, dafür etwas Kastanienpulver der Zahnpasta beizufügen. Übrigens lassen sich mit Kastaniensud auch gut Blattläuse bekämpfen, wofür man einfach die Pflanzen mit der Flüssigkeit besprüht. Und auch ein kostenfreies, ökologisches Reinigungsmittel ist schnell aus Kastanien gemacht.

Die Blüten der Pflanze können als Tee bei Bronchitis verwendetet werden und aus der Rinde lässt sich ein Sonnenschutz herstellen, weil das darin enthaltene Aesculin ultraviolette Strahlung bindet.

Info: Wer mit Kräuterfrau Annette Zimmermann Venen- Gel herstellen möchte, hat dazu am 28. Oktober 2016 Gelegenheit. Im Kräutersalon in der Hofgeismarer Straße 1 in Grebenstein bietet sie von 17 Uhr an einen Workshop zum Thema Kastanien an. Dieser geht rund zwei Stunden und kostet 30 Euro. Anmeldung unter: 01 73/5 34 33 34 43.

Kastanienrezepte finden Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA Hofgeismarer Allgemeine von Donnerstag.

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