Kirche braucht Geld

Kirchturm in Burguffeln wird saniert – Glocken sind stumm

Die Kirche Burguffeln, gesehen von der Bremer Straße, der früheren B 83.
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Überragt den alten Ortskern: Die Kirche Burguffeln, gesehen von der Bremer Straße, der früheren B 83.

Seit über zehn Jahren schon ist die Burguffelner Kirche nicht mehr zu hören – der Turm ist beschädigt und das Läutewerk abgestellt.

Burguffeln - Zum Jahresende aber sollen die Glocken wieder zum Gottesdienst rufen und die Uhrzeit anzeigen und auch den Arbeitern der angrenzenden Domäne ganz traditionell die Mittagspause oder den Feierabend einläuten.

Seit einigen Tagen ist der Kirchturm der Kirche St. Margaretha eingerüstet, jetzt wurde die Dacheindeckung abgenommen und dabei zeigte sich, dass die Schäden noch größer sind als befürchtet, erklärte Pfarrerin Marianne Biskamp-Dotzert auf Anfrage.

Die Sanierung hat eine lange Vorgeschichte mit vielen Fotos, Dokumentationen, Berichten und Anträgen. Es sind vor allem Schäden im Gebälk, die behoben werden müssen, zudem müssen Schindeln ausgetauscht und die Kirchturmuhr repariert werden.

Marianne Biskamp-Dotzert, erst seit kurzem Pfarrerin für Burguffeln, berichtet, dass den Burguffelnern etwas Wichtiges fehle, seit sie die Kirche nicht mehr hören können.

Kirche braucht Geld: Kein Glockengeläute

2008 hatte es einen Blitzeinschlag in den Kirchturm gegeben, der erhebliche Schäden verursachte. Seitdem stehen Uhr und Glocken still. „Es gab also seit mehr als zehn Jahren kein Glockengeläut mehr in Burguffeln. Manche, wie Kinder und Zugezogene, wissen gar nicht, wie die Glocken dort klingen“, schildert die Pfarrerin. Seitdem ist auch klar, dass nicht nur Reparaturen erforderlich sind, sondern umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen. Bei einer Begutachtung des konstruktiven Zustands der ganzen Kirche wurden die Mängel im Kirchturm als besonders dringlich eingestuft. Es wurde auch dringend empfohlen, das für Kirchenvorstandssitzungen und früher auch für Unterricht und Kindergottesdienst genutzte Turmzimmer nicht mehr zu betreten.

In acht Bauabschnitten sollen ausgeführt werden: Holzwerkinstandsetzung, Neueindeckung Schiefer, Spenglerarbeiten, neue Blitzschutzleitung, Mauerwerkinstandsetzung, Schallluken (Aus- und Wiedereinbau), Erneuerung der Glockenjoche, Klöppel und Läuteräder, Überarbeitung von Turmuhr und Zifferblatt.

Mit den Bauarbeiten wurde Mitte Juni begonnen - es zeigten sich weitere Schäden an der Biedermeier-Turmhaube, deren Umfang und Kosten zur Zeit noch ermittelt werden. Die bisher veranschlagten Kosten liegen bei 230.000 Euro.

Kirche braucht Geld: Finanzierung über Landeskirche

Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich über die Landeskirche aus Patronatsmitteln. Vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen wurden 50.000 Euro bewilligt.

Die Kirchengemeinde Burguffeln trägt mindestens zehn Prozent der Kosten, also mindestens 23.000 Euro.

Da die kleine Kirchengemeinde auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist, ist sie dankbar für Spenden.

Die Sanierungsarbeiten am Turm sollen bis Jahresende beendet sein, sodass die Glocken noch dieses Jahr wieder läuten können.

Info: Spendenkonto:Kirchenkreisamt HOG-WOH, DE 13 520 604 10 0002 0001 05, Verwendungszweck: Kirchturm Burguffeln.

Die Burguffelner Kirche ist der Rest einer Burganlage

Der spätromanische Kirchenbau St. Margaretha in Burguffeln ist bereits über 1000 Jahre alt und wurde als Pfeilerbasilika mit drei Schiffen und Turm erbaut. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert zur Wehrkirche umgebaut, danach als spätgotische Pfeilerbasilika mit drei Schiffen erweitert. Das spätgotische Westportal stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die zwei Seitenschiffe sind bei einem Umbau zwischen 1750 und 1760 abgetragen worden, im 19. Jahrhundert bekam der Turm eine Biedermeierhaube.

Die Kirche war ein Bestandteil der ehemaligen Burg, die 1358 an die Herren von Uffeln verkauft und zu deren Stammsitz wurde. Später ist daraus die Domäne geworden. Aufgrund der Lage der Kirche in der Burg gab es immer wieder Konflikte, weil die Burgherren sie als Burgkapelle betrachteten, die Kirchenverwaltung aber auf der Unabhängigkeit der Kirche und ihrer Güter bestand. Die mittelalterliche Burg mit ihrem von einer Mauer umgebenen Wohnturm lag nordwestlich der Kirche und wurde vermutlich Mitte des 18. Jahrhunderts abgetragen. Überdauert haben Bauten auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg: die Kirche, das Herrenhaus des 16. Jahrhunderts, das Pächterhaus aus dem 18. Jahrhundert und mehrere Wirtschaftsbauten. Das Hofgut ist heute Staatsdomäne, das ehemalige Herrenhaus und das frühere Brauhaus beherbergen die von der Baunataler Diakonie Kassel betriebenen Grebensteiner Wohnstätten.

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