Wichtiger Dünger für Bauern

Landwirte mit Gülle unterwegs - Nährstoffe werden für Pflanzen effizient genutzt

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Mit Gülle unterwegs: Lohnunternehmer Jörg Ledderhose fährt Gülle auf Flächen von Walter Müller in Hofgeismar. Die Schleppschläuche, die die Gülle bodennah auftragen, sollen eine Geruchsbelästigung möglichst verhindern.

Ab Beginn der Vegetationszeit fahren Landwirte wieder Gülle. Für sie ist das eine notwendige und ganz normale Form der Düngung, manchen Anlieger lässt das aber die Nase rümpfen.

„Eine optimale Nährstoffversorgung ist derzeit entscheidend, um die Pflanzen zu stärken und das Wachstum zu fördern“, erklärt Jörg Kramm, stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Kurhessen und Landwirt in Grebenstein.

Die Niederschläge bis in den März „waren unabdingbar, um den Wasserspeicher der Ackerböden aufzufüllen“,sagt Kramm. Die nasse Witterung hatte bei vielen Landwirten den Beginn der Feldarbeiten verzögert. Um zu düngen und die Böden für die Aussaat der Sommerkulturen vorzubereiten, muss der Boden oberflächlich weitestgehend abgetrocknet und befahrbar sein. Zunächst waren die Pflanzen üppig gewachsen. Vor allem für Sommerkulturen wie Ackerbohnen, Mais und Rüben wurde der Boden jetzt vorbereitet.

Nötige Nährstoffe für Pflanzen

In seinem Büro kann der Grebensteiner Landwirt den Düngebedarf schlagspezifisch für jede Kultur berechnen. Dabei berücksichtigt Kramm die Vorfrucht, den verbliebenen Stickstoffwert im Boden und die Düngergaben des Vorjahres. Ein Lohnunternehmer bringt seine Schweinegülle dann bodennah mit möglichst geringen Emissionen aus. „Auf diese Weise kann ich die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen versorgen“, sagt Kramm.

Durch eine Analyse kennt er die Mengen an Stickstoff, Phosphat, Kali und Magnesium, die in der Gülle enthalten sind. „Die Zeiten, in denen man dachte, viel hilft viel, sind lange vorbei“, erklärt Kramm. Der sinnvolle Umgang mit dem Dünger sei für Praktiker selbstverständlich, ergänzt er. Je effizienter Landwirte die Nährstoffe der Gülle nutzen, desto weniger Mineraldünger müssten sie zur Ertragssicherung zukaufen und ausbringen. „Die Gülle trägt zur soliden Grundversorgung meiner Getreidepflanzen bei. Die Ernteprodukte werden an meine Schweine verfüttert, deren Ausscheidungen letztendlich wieder auf den Ackerflächen landen“, sagt Kramm. Das sei optimale Kreislaufwirtschaft. 

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