Indizien weisen daraufhin

Luthers Lehrer war offenbar Grebensteiner

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Martin Luther

Grebenstein. Ein Lehrer und Beichtvater von Martin Luther kommt aus Grebenstein.

Diese These stellt der Leiter des Grebensteiner Ackerbürgermuseums, Wolfgang Tölle, auf und untermauert seine Aussage mit Indizien, die ab Sonntag im Museum „Alte Meierei“ an der Schachtener Straße zu sehen sind.

Luther aufs Maul schauen: 

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Dass es zwischen Luther und Grebenstein eine Verbindung geben könnte – diesen Gedanken hatte Tölle schon lange. Der Grund: Überdurchschnittliche viele junge Männer aus der kleinen nordhessischen Stadt studierten in Erfurt – der Stadt, in der auch Luther an der Universität eingeschrieben war. Bei seinen Recherchen stieß der leidenschaftliche Geschichtsforscher aus Grebenstein auf den Namen „Johannes de Grevensteyn“. Der studierte 1447 in Erfurt und war 1505, als Luther im Augustinerkloster als Novize aufgenommen wurde, Novizenmeister und als solcher Beichtvater Luthers. Zuvor, als Luther 1502 in Erfurt das Studium begann, war er auch Lehrer des späteren Reformators. Luther bezeichnet ihn später als gelehrten Mann.

Die Frage ist, ob Grevensteyn, der mal Grevenstein oder Greiffenstein genannt wird, auch aus der nordhessischen Stadt kommt. Tölle bejaht sie. Zeitgleich mit Johannes de Grevensteyn studierte in Erfurt ein gewisser Johannes Lotrede. Der stammt aus Grebenstein und hinter seinem Namen ist der Zusatz „de Grevensteyn“, also „aus Grebenstein“ vermerkt – in der gleichen Schreibweise.

Um die Jahrhundertwende waren Nachnamen an Unis nicht zwingend. Dass der Luther-Lehrer keinen hatte, legt für Tölle den Verdacht nahe, dass sein Stand anrüchig war. Möglicherweise war er der außereheliche Sohn eines reichen Grebensteiners oder Nachwuchs eines Pfarrers.

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