Probephase bis September

Markt in Grebenstein soll autofrei werden - aktuelle Sperrung wird verlängert

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Hier ist Platz für das gesellschaftliche Leben: Der Grebensteiner Marktplatz soll für den Verkehr gesperrt bleiben. Für die anliegenden Gastronomiebetriebe sei damit viel Platz, sagt Bürgermeister Danny Sutor.

Der Grebensteiner Marktplatz soll zur Fußgängerzone werden. So sieht es ein am Donnerstag vom Magistrat abgesegneter Vorschlag von Bürgermeister Danny Sutor vor.

Danach soll die Straße vor dem Rathaus für den Verkehr gesperrt werden. Die Gastronomiebetriebe haben die Möglichkeit, die zusätzliche Fläche zu nutzen.

Dass der Vorschlag nicht nur Begeisterung hervorruft, ist Sutor klar. „Seit 20 Jahren ist das immer mal wieder ein Thema. Jetzt wollen wir es einmal ausprobieren, und anschließend können wir auf Erfahrungen gestützt entscheiden“, sagt der Verwaltungschef. Sein Plan ist es, die Sperrung vorerst im Sommer laufen zu lassen. Im Herbst soll die Stadtverordnetenversammlung dann eine Entscheidung treffen.

Die Ausgangslage

Wegen Bauarbeiten ist der Platz vor dem Rathaus seit einigen Wochen gesperrt. Eisdiele und Bistro können die freie Fläche nutzen. Dies soll bis 15. September anhalten. Dann habe man genügend Erfahrungen gesammelt, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, sagt Sutor.

Die Verkehrsführung

Die nördlichen Parallelstraßen (Bahnhofstraße Obere/Untere Stroh- und Hofstraße sowie Blauer Wandstein) werden zum Großteil Einbahnstraßen in Richtung Osten, also bergab. Dies sei nötig sagt Bürgermeister Danny Sutor, damit sie im Notfall von der Feuerwehr gut und schnell befahrbar seien.

Die Parksituation

Die Parkplätze vor der Apotheke entfallen. Dafür wird Ersatz geschaffen, sagt Sutor. So könnten auf dem dann gesperrten Marktplatz gegenüber der Sparkasse zwei Stellplätze für Pkw sowie Stellplätze für Motorräder entstehen. Auch am anderen Ende des Marktplatzes könnten Parkplätze für drei Pkw entstehen, sodass unterm Strich kein Parkplatz wegfalle.

Die Vorteile

Wann immer außenstehende Stadtplaner einen Blick auf Grebenstein warfen, gab es zwei Aussagen. Die positive: die herrliche Fachwerkkulisse der Stadt. Die negative: Die Stadt hat zwar ein optisches Stadtzentrum (eben vor dem Rathaus), aber keinen Platz, an dem sich Menschen begegnen können und so für Leben sorgen. Mit einem gesperrten Marktplatz würde so ein Platz geschaffen. Die anliegenden Gastronomiebetriebe würden vor allem in der Freiluftsaison enorm profitieren.

Maria Oeser, Gastronomin

„Tolle Sache“ sagt auch Maria Oeser vom Bistro Sardegna. Gerade in Coronazeiten möchten die Menschen draußen sitzen. Durch die Abstandsvorschriften brauche sie mehr Platz als sie derzeit hat. Der Marktplatz biete sich dafür geradezu an. Auch für Besucher der Stadt hat es seine Vorteile, wenn es einen Raum gibt, der frei von Fahrzeugen ist. Gerade der Platz vor dem Rathaus sei dafür ideal.

Die Nachteile

Durch die Einbahnstraßenregelungen müssen motorisierte Verkehrsteilnehmer weiter fahren. Die Autostrecke vom Rewe- zum Netto-Markt, derzeit 550 Meter, verdoppelt sich, weil der Blaue Wandstein Einbahnstraße und der Marktplatz gesperrt ist. Unter einer höheren Verkehrsbelastung werden auch die Anlieger an Oberer und Unterer Hof- und Strohstraße leiden. Der Verkehr, der jetzt über den Marktplatz führt, wird sich zwangsläufig auf diese Straßen verteilen.

Auch in der Löwen-Apotheke, direkt am Marktplatz, ist man nicht glücklich. Auch wenn neue Parkplätze geschaffen werden, die Plätze direkt vor der Apotheke, die gerade für ältere, in ihrer Mobilität teils eingeschränkten Kunden wichtig sind, entfallen.

Das weitere Vorgehen

Zunächst soll die neue Regelung bis 15. September gelten. Mit den dann gesammelten Erfahrungen könne man das Für und Wider gut abwägen, sagt Bürgermeister Danny Sutor. Eine Entscheidung ob die Fußgängerzone zur Dauerlösung wird, müsse aber noch dieses Jahr fallen, damit für nächstes Jahr die nötigen Finanzmittel zur Umgestaltung bereitgestellt werden können.

Die Kosten

Die Sperrung des Marktplatzes wird die Stadt vergleichsweise wenig kosten. Wird es zur Dauerlösung, muss die Stadt etwas tiefer in die Tasche greifen, allerdings werden die Kosten im unteren fünfstelligen Bereich bleiben. Ausgaben sind beispielsweise für kleinere bauliche Veränderungen/Hindernisse nötig, damit die neuen Einbahnstraßen nicht zur Rennstrecke werden, nennt Sutor ein Beispiel, wo Kosten anfallen.

Alternativen

Sutor will mit seinem Vorstoß einen Denkanstoß geben. Nach der Versuchsphase soll neu diskutiert werden. Er könne sich gut vorstellen, dass es aufgrund von Erfahrungen dann weitere Alternativen gibt.

Lutz Mohr, Apotheker

Eine hat Lutz Mohr von der Löwen-Apotheke bereits in der Schublade. Man könne den Marktplatz ja nur halbseitig sperren, auf der Seite der Geschäfte. So hätten die Gastronomiebetriebe mehr Platz, die Parkplätze vor der Apotheke blieben erhalten und der Verkehr von der Bahnhofstraße zur Hofgeismarer Straße müsste nicht den langen Umweg über die Strohstraße nehmen.

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