Land investiert 1,4 Mio. Euro in Domäne Frankenhausen

Nach 40 Jahren Leerstand in Grebenstein: Fachwerk-Schmuckstück wird Seminarhaus

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Heute ein Schmuckstück: Das sanierte alte Amtshaus auf der Domäne Frankenhausen steht bereit für eine zeitgemäße Nutzung. Bereichsleiterin Katharina Mittelstraß zeigt ein Foto, das vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts entstand.

Grebenstein. Das alte Amtshaus der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen steht vor einer neuen Nutzung - nach 40 Jahren Leerstand und drohendem Verfall.

Die Universität Kassel nimmt die Perle der historischen Hofanlage am Mittwoch als Seminar- und Gästehaus in Betrieb. Zur Eröffnung des von Grund auf sanierten imposanten Fachwerkgebäudes werden zahlreiche Gäste um Uni-Präsident Prof. Reiner Finkeldey in Frankenhausen erwartet.

1,4 Millionen Euro hat das Land Hessen in das Objekt investiert. Das neue alte Amtshaus steht wie die gesamte Hofanlage unter Denkmalschutz. Es bietet ab sofort Platz für Seminare, Tagungen und Freizeiten. Die Uni plant neben der Nutzung durch eigene Arbeitsgruppen und zur Unterbringung von Gästen, das Haus auch interessierten externen Gruppen zu öffnen. Die ersten Nutzer haben sich für Ende April angemeldet, weitere drei Anmeldungen liegen bereits vor.

Zweckmäßig: Die Zimmer im Seminarhaus sind eher einfach ausgestattet, aber von historischem Reiz.

Bis zu 29 Personen beträgt die Übernachtungskapazität in 15 Zimmern. Die Gäste wohnen überwiegend im Obergeschoss, in Ein-, Doppel- und Mehrbettzimmern mit Jugendherbergsstandard. Den historischen Charme machen in einigen Räumen Reste einer alten Wandbemalung und Metallaufhängungen aus früherer landwirtschaftlicher Nebennutzung aus. Im Erdgeschoss gibt es zwei barrierefrei erreichbare Zimmer.

Das Seminarhaus verfügt über einen großen Gruppenraum mit Beamer, einen kleineren Gruppenraum im Obergeschoss sowie über eine Teeküche zur Selbstversorgung. Auf Wunsch bietet die Domänen-Küche auch Vollverpflegung an.

Die denkmalgerechte Sanierung erfolgte nach Plänen des Warburger Architekten Klaus J. Schulz, der bis zu seinem Tod im vorigen Herbst auch die Bauleitung innehatte. Baustart war im Spätherbst 2015 mit der kompletten Neueindeckung des Daches. Etliche Balken mussten ausgebessert, andere ersetzt werden. Nach der Fassadenrenovierung sorgen neue Sprossenfenster für ein stimmiges Erscheinungsbild. Besonderheit im Inneren: In den Lehmwänden liegen Heizschleifen, die an die Feststoffheizung der Domäne angeschlossen sind.

Im Ziegelstein-Teil, der einmal Stallungen beherbergte, eröffnete kürzlich der vergrößerte Hofladen. Eine weitere Attraktion soll bald folgen: Die historische Schmiede wird Ausstellungsraum für Studenten der Kunsthochschule.

Kontakt: Katharina Mittelstraß, kmittel@uni-kassel.de, Tel. 0 56 74/3 15.

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