Entgelte gibt es schon lange

Nach Wirbel um Stadtsparkasse Grebenstein: Alles halb so wild? 

Viel Lärm um nichts? Seit letzter Woche überschlagen sich die Medienberichte zu Kosten an den Geldautomaten. Die StadtsparkasseGrebenstein wird dabei immer wieder namentlich erwähnt. Screenshots: Bild.de, Stern.de, Focus.de, Biallo.de, ZDF Heute -Journal (alle nh)

Grebenstein. Gebühren-Hammer, Wutwelle und Abzocke. Mit all diesen Vorwürfen sieht sich seit einigen Tagen die Stadtsparkasse (SSK) Grebenstein konfrontiert. Aber was ist da überhaupt dran?

Auslöser des Medienwirbels war ein Bericht des Finanzportals Biallo.de. Dort zu lesen: Die Stadtsparkasse Grebenstein „kassiert gleich beim ersten Mal“ und verlange von ihren Kunden 50 Cent pro Auszahlung am Automaten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst:

Müssen alle Kunden der Stadtsparkasse fürs Geldabheben bezahlen?

Nein, das hängt vom gewählten Konto-Modell ab. Bei zwei Modellen fällt überhaupt kein Entgelt fürs Abheben an, bei einem weiteren erst ab einer gewissen Anzahl von Auszahlungen in einem Monat. Die SSK sagt, dass ein Großteil der Kunden nichts extra für das Geldabheben bezahle.

Hat die Stadtsparkasse ihre Preise zuletzt erhöht?

Nein, es hat sich zuletzt nichts geändert. Die Konto-Modelle bestehen in der jetzigen Form seit Ende 2015, das „ClassicGiro“ sogar seit 1997 – inlusive Entgelt, sagt die SSK.

Zahlreiche Medien haben von Abzock-Versuchen und versteckten Gebühren berichtet. Was ist da dran?

Zumindest für die SSK Grebenstein kann man sagen: Eine Täuschung findet hier nicht statt. Die Preise sind in Broschüren und im Internet einfach zu finden. Versteckt, so wie es Biallo.de schreibt, werden die Preise keinesfalls.

Hat Biallo.de nicht direkt bei der SSK Grebenstein angefragt, wie die Preise zustande kommen?

Björn Grommek

Horst Biallo, Chefredakteur des Portals und Autor des Berichts, sagt: „Ja, aber die SSK hat nicht reagiert.“ Dem Vorstandsvorsitzenden, Björn Grommek, sind allerdings keine Anfragen bekannt. Horst Biallo bleibt auf Nachfrage bei seiner Darstellung, konnte dem Vorwurf der SSK, ihr Angebot sei „stark verkürzt“ dargestellt worden, aber nichts entgegnen.

Betreiber-Entgelt und Giro-Entgelt: Wo sind dabei die Unterschiede?

Manche Geldautomatenbetreiber verlangen von Kunden anderer Banken ein Entgelt, darauf wird dann auch gesondert hingewiesen. Im Sparkassen-Verbund fallen keine Betreiber-Entgelte für Sparkassen-Kunden an. Das gilt auch für Kunden anderer Banken in ihren Geldautomatenverbünden.

Das Giro-Entgelt fällt nur an, wenn man sich für ein entsprechendes Konto-Modell entschieden hat und wird an jedem Geldautomaten fällig, egal von welcher Bank er betrieben wird.

Das sagt die Sparkasse

„Die Berichterstattungen haben uns sehr überrascht. Personell waren wir nicht in der Lage, auf die Flut an Medienanfragen zu reagieren. Die überregionalen Berichterstattungen haben keinen Aktualitätsbezug: Die Stadtsparkasse Grebenstein hat aktuell keine Konditionen im Girobereich angepasst. Unsere Kontomodelle schaffen Vielfalt und berücksichtigen die unterschiedlichen Nutzungsverhalten unserer Kunden. Für ein Kreditinstitut mit Filialservice vor Ort sind wir günstig.“ 

Björn Grommek, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Grebenstein

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