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Nachfolgerin gefunden: Löwen-Apotheke in Grebenstein ist bald in neuen Händen

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Von: Hanna Maiterth

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Wechsel steht bevor: Lutz und Heike Mohr (links und rechts) übergeben die Löwen-Apotheke in die Hände von Ilka Grünewald.
Wechsel steht bevor: Lutz und Heike Mohr (links und rechts) übergeben die Löwen-Apotheke in die Hände von Ilka Grünewald. © Hanna Maiterth

Apotheken-Ehepaar Mohr übergibt den Betrieb nach 30 Jahren an junge Nachfolgerin aus Kassel. Zuvor hat Ilka Grünewald eine Apotheke in Kassel-Forstfeld geleitet.

Grebenstein – Ein Inhaberwechsel steht in der Löwen-Apotheke in Grebenstein an. Noch stehen Heike und Lutz Mohr hinter dem Tresen. Mit dem Jahreswechsel geht das Apotheker-Paar aber in den Ruhestand und übergibt den Betrieb an die Kasselerin Ilka Grünewald.

„Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Heike Mohr. Nach 30 Jahren freue man sich auf den kommenden Lebensabschnitt und die freie Zeit. Mit Grünewald hätten sie zudem eine Nachfolgerin gefunden, die ähnlich ticke wie sie selbst. Deshalb könnten sie die Löwen-Apotheke mit ihren Mitarbeitern und den Kunden auch beruhigt in die Hände der 26-Jährigen legen, sind sich Mohrs einig.

Abschied nach 30 aufregenden Jahren

Das Ehepaar selbst übernahm 1993 die Apotheke in Grebenstein. Heike Mohr arbeitete zu dem Zeitpunkt bereits zwei Jahre bei dem damaligen Inhaber Hermann Augustin. Sie erlebte den Einzug der Computer in den Apotheken-Alltag. Ihr Mann folgte 1992. Kennengelernt hatte sich das Apothekerpaar während des Studiums in Marburg. Dass sie die Apotheke in Grebenstein übernehmen konnten, darauf hatten sie gehofft, erinnert sich die gebürtige Immenhäuserin.

Als Mittelhesse, nämlich in Gießen geboren, sei Lutz Mohr ob des Standortwechsels Richtung Norden zuerst skeptisch gewesen, wie er schmunzelnd zugibt. Doch das habe sich schnell als unbegründet herausgestellt.

Das Paar, das in Immenhausen lebt und mittlerweile zwei erwachsene Kinder hat, wurde gut aufgenommen. „Wir haben unseren Kunden viel zu verdanken.“ In 30 Jahren hätten sie viele Menschen kennengelernt, Interessantes erlebt und einige Veränderungen mitgemacht. So sei das Sortiment breiter geworden, die Bürokratie habe zugenommen und die technische Ausstattung entwickelte sich rasend schnell weiter.

Nachfolgerin kommt aus einer Apotheker-Familie

Um die Nachfolge kümmerten sie sich zeitig. „Wir haben mit einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren gerechnet“, sagt der 60-Jährige. Deshalb sprachen sie das Thema schon vor etwa zwei Jahren bei ihrem Steuerberater an. Der brachte die beiden Immenhäuser dann mit Grünewald zusammen. Es habe einfach gepasst, sind sich alle drei einig.

Ilka Grünewald kommt aus einer Apotheker-Familie. Ihre Eltern leiten bereits vier Filialen in Kassel, Lohfelden und Söhrewald. Auch ihre Schwester ist Apothekerin mit eigenem Betrieb in Kassel. Nun zieht die 26-Jährige nach. Während die Apotheken selbstständig sind, greift sich die Familie gegenseitig unter die Arme und tritt gemeinsam als „Grünewald Apotheken“ auf. „Wir sind aber keine Kette, wir sind ein Familienbetrieb.“

Seit knapp zwei Jahren, mit Erhalt ihrer Approbation, führt die Kasselerin eine der Filialen. Zuvor studierte sie in Halle an der Saale. „Ich stürze mich nicht ins Blaue und gleichzeitig ist es für mich die richtige Entscheidung.“ Beruflich habe sie schon immer in den medizinischen Bereich gehen wollen. Eine Zeit lang habe sie noch mit dem Gedanken gespielt, Ärztin zu werden. Schließlich wählte sie dann doch den Beruf der Apothekerin.

Wenn Ilka Grünewald die Apotheke im Januar aufschließt, dann werden sich Mohrs ein Jahr Auszeit nehmen und für tierischen Zuwachs sorgen. Ein Hund soll einziehen. „Jetzt haben wir wieder Zeit, uns richtig zu kümmern“, freut sich die 63-Jährige. (Hanna Maiterth)

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