Das echte Europa leben

60 junge Menschen aus Grebensteins Partnerstädten zu Gast

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Miteinander Zeit verbringen: Neben den vielen Aktivitäten während des Besuchs war auch gemeinsam Entspannen angesagt. Junge Leute aus vier Nationen ruhen sich hier gemeinsam in einem schattigen Plätzchen aus.

Grebenstein. Gesprochen wird die Weltsprache Englisch – mal französisch, mal italienisch, niederländisch und auch deutsch eingefärbt, eben ganz nach Herkunft der Gäste.

Diese kommen aus drei europäischen Ländern, zu denen Grebenstein nun schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert eine Ringpartnerschaft aufrecht hält. Aus dem Verbund besuchte nun die Jugend die Stadt.

Um ganz genau zu sein, waren 17 Italiener aus Sarsina, 15 Franzosen aus Lezoux und 11 Niederländer aus Lopik fast eine Woche hier zu Gast. „Sie unterzubringen, war diesmal gar nicht mal so einfach – drei Wochen zuvor hatte ich für die Hälfte noch keine Gastfamilie gefunden“, sagte Christoph Bley, der als stellvertretender Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins die Organisation übernommen hatte.

Keine Berührungsängste: Jelmen (links) aus den Niederlanden bekommt von Leonardo aus Grebenstein eine Erfrischung verpasst.

Aus ihren eigenen Reihen, also aus den 200 Mitgliedern des Vereins, hätten gerade mal vier einen Jugendlichen aufgenommen. Doch schließlich ging doch alles gut, da der 30-Jährige kräftig die Werbetrommel in seinem Bekanntenkreis gerührt hatte, wo nun viele unterkamen.

Fragt man die jungen Leute, was in Deutschland anders sei als in ihren Heimatländern, so kommt meist nur ein Achselzucken: „Viele von uns waren schon einige Male hier, sodass Grebenstein schon eine zweite Heimat geworden ist“, erklärt Niederländer Willemjan Straver, und sowieso gebe es zu seinem Land keine großen Unterschiede. Ganz ähnlich antworten auch Martino aus Bella Italia und Louise aus der Grande Nation. Das jährliche Treffen habe sie zusammengeschweißt, es seien Freundschaften entstanden, die man nicht mehr missen möchte.

Genau das spiegelt auch das Miteinander der 70-köpfigen Gruppe – denn 13 Grebensteiner waren ebenso mit von der Partie – wider: Ob sie gemeinsam den Ort bei einer Stadtrallye erkundeten, in der Sporthalle bei Ballsportarten gegeneinander antraten oder sich zur Erfrischung eine Wasserschlacht lieferten – alle schienen miteinander vertraut, lebten „das eigentliche Europa“, wie Patrizio Giannessi kommentierte.

Niederländerin gegen Italiener: Beim Fußball gaben Sanne aus den Niederlanden und Nicolas aus Italien alles.

Wenn sich heute Abend die Italiener und Franzosen auf den Weg nach Hause machen, haben sie einiges aus der Region und darüber hinaus kennengelernt. So waren sie im Bergpark in Kassel, besuchten den Tierpark und erlebten als Höhepunkt das Bergwerk Merkers.

Ohne Unterstützung wäre dies alles nicht möglich gewesen, weshalb Bley der Familie Hellwig-Schmitt für ihre 1000 Euro Spende, dem Supermarkt Rewe für die Essensspenden und den Vereinen für die Bereitstellung ihrer Unterkünfte dankt.

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