Naturbad mit biologischer Klärung

Neues Freibad in Grebenstein: Sand und Kies fürs Strandgefühl

Die Pläne für das neue Bad sehen unter anderem eine von 825 auf 1100 Quadratmeter vergrößerte Wasserfläche vor, für deren Reinigung ein grüner Bodenfilter (oben rechts) sorgt.
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Die Pläne für das neue Bad sehen unter anderem eine von 825 auf 1100 Quadratmeter vergrößerte Wasserfläche vor, für deren Reinigung ein grüner Bodenfilter (oben rechts) sorgt.

Mit einem Schwimmteich oder gar Drecksbrühe werde das neue Grebensteiner Freibad garantiert nichts gemein haben.

Grebenstein - Das stellte Bürgermeister Danny Sutor am Freitagabend klar und räumte so mit möglichen Vorurteilen gegenüber der Neuausrichtung der in die Jahre gekommenen Freizeitanlage als Naturbad mit biologischer Wasserklärung auf. „Wir wollen nachhaltiger unterwegs sein und Chemieeinsatz bestenfalls vermeiden“, so Sutor überzeugt vom Mammutprojekt, von dem er gern ein paar Menschen mehr berichtet hätte.

Nur rund 30 Grebensteiner waren zur Bürgerversammlung in die Kulturhalle gekommen, um sich über die Freibadpläne zu informieren. „Schade, es ist schließlich eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben für die Stadt, das von der Gesamtsumme her einer der dicksten Brocken ist, auch wenn wir relativ viel Förderung bekommen“, sagte Sutor.

Genau diese Förderung habe nun zu einem schnellen Handeln geführt, denn um mit 4,05 Millionen Euro fast 90 Prozent der Projektkosten von Bund und Land zu bekommen, gelte es, eine am 1. Januar dieses Jahres begonnene Umsetzungsfrist von 36 Monaten einzuhalten. „So ein Projekt bekommt man nicht aus der Hüfte geschossen, deshalb haben wir die Pauly Group als Generalunternehmen beauftragt, uns ein Schwimmbad zu bauen.“

Dafür verantwortlich zeichnet mit Eco-Plant eine Gesellschaft der in Neu-Eichenberg im Werra-Meißner-Kreis ansässigen Firmengruppe, die sich seit vielen Jahren auf Klärschlammvererdungsanlagen und Naturerlebnisbäder spezialisiert hat. Gut 15 Schwimmbäder seien so seit 2001 entstanden, sagte Dr. Klaus Winter, der den Grebensteinern das Konzept „Freibad Plus“ schmackhaft machte, unter dem ab Herbst 2023 auch das Grebensteiner Bad die Vorzüge ursprünglicher Naturbäder mit den Strukturen herkömmlicher Freibäder verknüpfen und so etwas vollkommen Neues bieten soll, das er als „herrliche Badefreuden in natürlich reinem Wasser“ bezeichnet.

Durch die biologische Wasseraufbereitung, bei der Mikroorganismen die Arbeit des Chlors übernehmen, ist laut Winter eine gänzlich andere Gestaltung etwa mit Sand, Kies und Holz direkt am Wasser möglich. Ein kleiner Sandstrand sei nur eine von vielen geplanten Attraktionen, zu denen neben einer von 825 auf 1100 Quadratmeter vergrößerten, bis zu 2,90 Meter tiefe Wasserfläche – aufgeteilt in Plansch-, Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken mit fünf 25-Meter-Bahnen samt Startblöcken – auch eine Wasserkletterwand am Becken und eine Boulderwand am Strand gehören.

Außerdem geplant: Beachvolleyballfeld, Matschplatz, Gewöhnungstreppe, barrierefreie Rampe ins Wasser und die Reaktivierung der vorhandenen Rutsche. Die Neustrukturierung des Bades inklusive der neuen Eingangs- und Funktionsgebäude werde komplett barrierefrei erfolgen, was eine wichtige Voraussetzung für die Fördergelder gewesen sei.

Insgesamt ein Konzept, das bei den Grebensteinern anzukommen scheint. Einziger Knackpunkt: die Wassertemperatur. Bei der Erwärmung des Wassers setzen die Naturbadmacher ganz auf die Kraft der Sonne. „Das funktioniert in den bereits fertiggestellten Bädern sehr gut“, versuchte König die Bedenken vor allem von Frühschwimmern zu entkräften.

In den frühen und späten Saisonmonaten könne man natürlich nicht mit gewohnten Temperaturen eines beheizten Bades konkurrieren. Er motivierte, der energiesparende Variante eine Chance zu geben, für den Fall der Fälle habe man aber die Option einer späteren Nachrüstung technischer Erwärmungsmöglichkeiten eingeplant.

Informationen über den aktuellen Planungsstand bald fortlaufend auf grebenstein.de (Sascha Hoffmann)

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