Beschwerlicher Weg für Senioren

Pflastersteine sind Hindernis für Rollator-Fahrer in Grebenstein

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Eng und holprig: Gefürchtet ist das kurze Straßenstück Hochzeitsweg für Menschen, die auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind. Unser Bild zeigt (vorne von links) Ilse Waltemate, Gisela Peters, Anneliese Andres und Anni Klapp. 

Grebenstein. Der Weg in die Innenstadt ist für die Mieter des betreuten Wohnens an der Grebensteiner Oberen Schnurstraße fast schon ein Horror.

Das Paradoxe dabei: Die Einrichtung ist in der Innenstadt. Doch wenn die Bewohner, die auf Rollatoren angewiesen sind, die 150 Meter zur Apotheke zurücklegen müssen, klagen sie anschließend über Beschwerden in der Hüfte, an der Schulter oder an den Knien.

Der Grund: Sie müssen durch den Hochzeitsweg – und dessen Pflasterung ist für Rollatoren alles andere als geeignet. Gerade Senioren, die Wägen mit kleinen Rädern nutzen, berichten davon, dass ihre Schultern regelrecht durchgerüttelt würden.

Mieter, die schon länger das Betreute Wohnen nutzen, erinnern sich daran, dass sie vor einigen Jahren noch einen direkten Zugang zur Marktstraße hatten. Doch dann wurde das Gebäude mit der Hausnummer 28 eingerüstet, der Zugang war versperrt, der Umweg über den Hochzeitsweg nötig. Man habe im Rathaus darauf hingewiesen, erzählen sie. Dort habe man eine Abhilfe zugesagt, aber geschehen sei nichts.

Insgesamt hat das Betreute Wohnen 22 Mieter, sagt Heinrich Wolff, der dort mit seiner Frau lebt. Drei Bewohner hätten Rollstühle, etwa zehn seien auf Rollatoren angewiesen. Betroffen vom Hochzeitsweg seien aber auch alle, die in der Unterstadt wohnen. Auch auf sie wartet auf dem Weg in die Innenstadt das gefürchtete etwa 50 Meter lange Rüttelstück Hochzeitsweg neben der Sparkasse.

Mit ihrer Beschwerde, sagt Bürgermeister Danny Sutor, hätten die Senioren vollkommen recht. Auch die Zusage der Stadt bestätigt er. Dass noch nichts geschehen sei, habe mehrere Gründe. Die Umgestaltung müsse im Rahmen des Programms „Aktive Kernbereiche“ erfolgen. Und hier konkurriert der Hochzeitsweg mit anderen, ebenfalls dringenden Aufgaben.

„Irgendjemandem tritt man da immer auf die Füße.“ Allerdings gab es beim Hochzeitsweg noch zwei weitere Hindernisse. Zum einen war die Pflasterung vor Jahrzehnten mit Landesmitteln gefördert worden. Mit dem Zuschuss verbunden war eine Bindungsfrist. Und die endet erst dieses Jahr. Das zweite Problem: Die Straße ist sehr eng, und fällt zu den Seiten hin ab. Die ebene Fläche für die Rollatoren kann also nur in der Straßenmitte geschaffen werden. Gerade aus Gründen der Verkehrssicherheit müsste hier sehr sorgfältig vorgegangen werden. Allerdings unterstreicht auch Sutor, dass die Stadt wegen der berechtigten Forderung das Projekt weiter verfolgen werde.

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