Proteste gegen Windkraft

Protest in Grebenstein: Windkraftgegner vor verschlossener Tür

Grebenstein – Die Verwaltungsgesellschaft des Windparks Reinhardswald hat eingeladen - nur die Öffentlichkeit nicht. Das rief Protestler auf den Plan.

Mit Glockengeläut und bunten Transparenten machten Gegner des Windparks Reinhardswald am Montagabend vor der Grebensteiner Zehntscheune auf ihre Positionen aufmerksam. 

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Presse waren dort Mandatsträger zusammengekommen, einer Einladung der Windpark Reinhardswald Verwaltungsgesellschaft mbH (WPRW) folgend.

Die Demonstranten versuchten ins Gespräch zu kommen

Vertreter aus Stadt und Kreis, sie alle huschten an den Demonstranten aus Wahlsburg, Oberweser, Gottsbüren oder Grebenstein vorbei, die versuchten mit ihnen ins Gespräch zu kommen. 

Lediglich Lars Rotzsche, einer der Geschäftsführer der Verwaltungs-GmbH nahm sich Zeit für einen Austausch. Da wurde er natürlich gefragt, warum die Veranstaltung nicht öffentlich sei. 

Dies sei durchaus so üblich und die Öffentlichkeit würde demnächst informiert, antwortete er darauf. 

Informationen sollen erst im Mai oder Juni kommen

„Mit demnächst meinte er Mai oder Juni, wie er sagte und das kann ja wohl nicht sein“, sagte Simon Wiegel aus Gottsbüren.

Auch auf mögliche Brandgefahren der gewaltigen Anlagen wiesen die Kritiker ihn hin. Jedes Windrad sei mit einer automatischen Brandschutzanlage ausgestattet, hieß es da von Seiten Rotzsches. 

Auch was den Rückbau oder die Entsorgung der GSK-Flügel angeht, versuchte er zu beruhigen. 

Die Fundamente seien flach und das Kunststoff-Glasfasermaterial könne gehäckselt unter Beton gemischt werden, so quasi entsorgt werden, konnte man da vernehmen.

Demonstranten warten mit Studien auf

Natürlich suchte auch Landtagsabgeordneter Oliver Ulloth das Gespräch mit den Demonstranten. So ließ er sich etwa von dem Grebensteiner Nik Barlo über eine neue Studie aufklären, in der die hohe Anzahl an toten Insekten, welche die Rotatoren verursachen, erstmals erwähnt sind. 

„Mindestens 1200 Tonnen werden dadurch allein pro Jahr vernichtet,“, berichtete Barlo. Jeder solle sich diese Zahl mal als Lkw Kolonne vorstellen, wo ja ein großer 30 Tonnen Kapazität habe. 

Der Politiker selbst machte klar, dass er an seinem Kurs festhalte und nach wie vor die Trinkwasserversorgung durch den Windradbau als gefährdet ansehe.

Netzwerkstabilität oder Dunkelflaute

Auch Dr. Jens Bengen aus Gottsbüren meldete sich zu Wort. An einem Industriestandort wie Deutschland brauche man Netzwerkstabilität.

Doch wenn kein Wind blase und die Sonne nicht scheine, trete der Fall ein, den man als Dunkelflaute bezeichne. 

„Eigentlich ist es ein einziger Witz, es wird ja sogar Strom überproduziert und das man uns diesen abnimmt, dafür bezahlen wir sogar Geld“, ergänzte er. 

Am Dienstag ging es in Langenthal weiter und Freitag wollen die Windkraftgegner auch in Immenhausen bei der dortigen Zusammenkunft dabei sein.  

Rubriklistenbild: © Tanja Temme

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