Neubau bekommt Sandstrand

Grebensteins Freibad wird abgerissen

Das Nichtschwimmerbecken und Teile der Außenmauern des mit dem Gebäude kombinierten Schwimmerbeckens (
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Das Nichtschwimmerbecken und Teile der Außenmauern des mit dem Gebäude kombinierten Schwimmerbeckens (im Bild) bleiben erhalten.

47 Jahre nach seiner Einweihung hat der Abriss des Grebensteiner Freibades begonnen. Es soll sogar einen Sandstrand bekommen

Grebenstein - Das Grebensteiner Freibad, in dem sich fast 50 Jahre lang Tausende von Menschen sonnten und abkühlten, ist Geschichte: Seit mehreren Tagen zerlegt eine Abbruchfirma die Plattenwege, die Gebäude und das auf Betonstelzen stehende Schwimmerbecken in seine Einzelteile. Der Grund: Eine Sanierung des an vielen Stellen sanierungsbedürftigen Bades rechnete sich nicht mehr, ein Neubau wird nun hier entstehen.

Das Nichtschwimmerbecken bleibt als Grundlage für das neue, größere Beckens erhalten. Es bekommt einen Folienboden, der weniger Probleme als Fliesen machen soll.

Bürgermeister Danny Sutor lädt die Grebensteiner Bürger ein, sich vom Zaun aus über den Fortschritt der Arbeiten zu informieren, ein Betreten der Baustelle ist wegen der mit den Abrissarbeiten verbundenen Lebensgefahr nicht erlaubt. Sie können dann in den nächsten Wochen beobachten, wie das alte Bad zerlegt, nach unterschiedlichen Materialien sortiert, teilweise geschreddert und dann abtransportiert und verwertet oder vor Ort wiederverwendet wird.

Denn Nachhaltigkeit ist nach Sutors Angaben ein gewichtiges Element beim Neubau und auch beim späteren Betrieb. Die Wasserreinigung erfolgt künftig biologisch statt mit Chemie, es wird Strom aus Sonnenenergie gewonnen und Teile des alten Bades werden wieder genutzt. So bleiben die Nord- und Ostwand des alten Schwimmerbeckens erhalten und dienen als Basis für das neue Umkleide- und Sanitärgebäude. Auch das alte Nichtschwimmerbecken bleibt bestehen als Grundlage für das neue Schwimmbecken, das die Wasserfläche um etwa ein Drittel gegenüber bisher vergrößert.

Eine Schreddermaschine steht schon bereit, um die Betonreste aus dem Schwimmbad zu zerkleinern.

Nachdem es Irritationen gab, in Grebenstein würde ein Badeteich entstehen, stellt Sutor im Gespräch mit der HNA klar, dass es weiterhin ein festes Becken geben werde, aber nicht mehr mit anfälligen Fliesen oder einer teuren Edelstahlwanne, sondern mit einer Auskleidung aus Folie, wie es sie so auch im Schwimmbad in Lohfelden gebe.

Das Becken wird wieder einen gepflasterten Umlauf erhalten sowie einen Sandstrand, der aber durch eine Schwelle vom Wasserbecken abgetrennt ist. Sollte Sand ins Wasser gelangen, sei das harmlos, weil es sich um speziellen Sand handele, der sich wieder absetze. Es soll auch Holzelemente im Wasser geben und zusätzlich, wie berichtet, eine Kletterwand im Wasser.

Am Gehweg wird ein neues Eingangsgebäude errichtet, in dem auch ein Kiosk untergebracht wird und von wo aus der Schwimmmeister den besten Überblick hat.

Das alte Gebäude unterm Schwimmerbecken wird weitgehend abgebrochen. Vorne liegt ausgebautes Pflaster.

Durch die Mehrausstattung unter anderem mit den Kletterangeboten und der Photovoltaikanlage steigen die Gesamtkosten um rund 500 000 auf nunmehr fünf Millionen Euro. Der Zuschuss aus dem Programm Investitionspakt Sportstätten 2020 von Bund und Land Hessen bleibt unverändert bei 4,05 Millionen Euro, der geförderte Anteil verringere sich dadurch laut Bürgermeister Danny Sutor von rund 90 auf etwa 80 Prozent.

Mit einer Fertigstellung des Bades wird in der zweiten Jahreshälfte 2023 gerechnet. Bis dahin heißt es im Grebensteiner Sauertal weiter: Gucken statt Schwimmen. (Thomas Thiele)

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