Mehr Sicherheit in Gottes Haus

Sanierung der katholischen Kirche in Grebenstein kostet 190.000 Euro

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Dachlatten: Der Dachstuhl in der Grebensteiner Heilig-Geist-Kirche besteht aus Dachlatten. Sie sind auch nach 70 Jahren noch intakt. Verstärkt werden musste aus Sicherheitsgründen der Boden, wo auch die Dämmung aufgebracht wurde.

Die Sanierung der katholischen Kirche in Grebenstein ist im Zeitplan. Am 1. Dezember soll anlässlich des Weihetages der Kirche der erste Gottesdienst im renovierten Gotteshaus stattfinden.

Die Sanierung der katholischen Kirche in Grebenstein ist voll im Zeitplan. Mitte September begannen die Arbeiten, am ersten Advent (1. Dezember) soll anlässlich des Weihetages der Kirche der erste Gottesdienst im renovierten Gotteshaus stattfinden. „Wir haben gute Handwerker“, ist Pfarrer Thomas Seifert ein wenig stolz darauf dass bei der Sanierung alles läuft wie am Schnürchen. Etwa 190.000 Euro wird die Sanierung kosten, den Großteil zahlen Bistum (91.000 Euro) und Bonifatiuswerke (55.000 Euro), sodass für die Pfarrgemeinde noch 44.000 Euro verbleiben. Betroffen von der Sanierung sind mehrere Teile der Kirche.

Dachboden

Einer der Auslöser für die Sanierung war der Dachboden der Kirche. Über der Decke war nur ein schmaler Gang begehbar. Die elektrischen Leitungen, beispielsweise für die Beleuchtung befinden sich dort. Musste jemand auf den Dachboden, so musste er achtsam sein. Ein Fehltritt hätte fatale Folgen gehabt. Ein Durchbruch durch die Decke und ein Fall bis auf den Kirchenboden hätte im schlimmsten Fall die Folge sein können. Der Dachboden wird jetzt flächendeckend mit stabilem Untergrund versorgt.

Dachziegel

Bei der 1955 erbauten Kirche ist auch das Dach in die Jahre gekommen. „Die Ziegel sind über 60 Jahre alt“, sagt Pfarrer Seifert, die Abnutzung unübersehbar und die Folgen auch: Bei Stürmen habe der Wind so eine Angriffsfläche gehabt. Vor allem in der Nähe des Turmes hätte starker Wind wegen der Verwirbelungen immer wieder einzelne Dachziegeln weggeweht.

Aus Sicherheitsgründen sei ein Handeln unumgänglich gewesen. Da man die Sanierung des Dachbodens schon länger vor sich herschob, habe man jetzt beides zusammen in Angriff nehmen können. Zugleich wurde die Dachrinne erneuert. „Einige Grebensteiner sagen: Die Kirche hat zuviel Geld, weil sie aus Kupfer ist“, weiß Seifert. Aber da auch die Fallrohre aus Kupfer sind, hätte man diesen Werkstoff gewählt. Seifert: „Und außerdem ist Kupfer langlebig.“

Dachsanierung: Neu eingedeckt wurde die katholische Kirche Heilig Geist in Grebenstein.

Dämmung

Im Rahmen der Dachsanierung sei auch eine neue Wärmedämmung eingebracht worden.

Malerarbeiten

Da wegen der Arbeiten an Dach und Dachboden im Inneren der Kirche ein Gerüst aufgebaut werden musste, habe das Bistum darauf gedrängt, auch den längst überfälligen Innenanstrich zu erneuern. Gewählt wurde ein warmer, ocker-rot-farbener Ton. Zudem wurde die Kassettendecke neu gestrichen. Auch die Apsis, das große Mosaik im Altarraum wurde gereinigt und strahlt in neuem Glanz.

Fenster

Gereinigt und restauriert wurden auch die unter Denkmalschutz stehenden 18 Kirchenfenster, die aus der Immenhäuser Glashütte Süßmuth stammen. Bei zwei Fenstern wurde dabei festgestellt, dass sie beim Bau der Kirche falsch eingesetzt wurden. Sprich: die bemalte Seite war außen. Sie wurden jetzt gedreht. Ebenfalls neu: Bei zwei Fenstern wurde in einem Teilbereich eine Kippeinrichtung angebracht, sodass die Kirche besser belüftet werden kann.

Denkmalschutz: Die 18 Fenster der Heilig-Geist-Kirche stammen von der Glashütte Süßmuth (Foto links). Zwei der Kirchenfenster können jetzt gekippt werden, um das Gotteshaus besser zu lüften, freut sich Pfarrer Thomas Seifert. 

Kirche in der Kirche

Die vom Eingang aus gesehen hinteren drei Kirchenbänke rechts werden durch Stühle ersetzt. Hier können künftig Werktagsgottesdienste stattfinden, wenn erfahrungsgemäß weniger Gläubige kommen. Zum einen rückt so die Gemeinde enger zusammen, zum anderen sollen im Winter Heizkosten gespart werden. Über Strahler, beheizbare Teppiche oder Sitze soll die Kühle vertrieben werden, ohne das ganze Gotteshaus aufheizen zu müssen.

Geschichte und Zahlen

Die Grebensteiner Kirche wurde 1955 gebaut. Die vorwiegend katholischen Flüchtlinge, überwiegend Ungarn-Deutsche und Heimatvertriebene aus Schlesien, wollten ihr eigenes Gotteshaus im evangelischem Grebenstein. Die Pfarrgemeinde, die aus Grebenstein und seinen Ortsteilen (außer Udenhausen) sowie Calden mit allen Ortsteilen besteht, hat derzeit 1450 Mitglieder. Die Grebensteiner Heilig-Geist-Kirche hat 360 Quadratmeter Dachfläche.

Besonderheit

Dachlatten im Dachstuhl sind keine normalerweise Besonderheit. Bei der Grebensteiner Kirche beruht ein Großteil der Querverstrebung aber auch, und das ist außergewöhnlich, auch auf Dachlatten. Um die nötige Stabilität zu erreichen, wurden teilweise bis zu drei Dachlatten nebeneinander als Stütze benutzt. Die vor knapp 70 Jahren verbauten Materialien halten immer noch einwandfrei. Nur eine von mehreren hundert Dachlatten war verzogen und musste erneuert werden.

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