Projektkosten beliefen sich auf 1 Millionen Euro

Schandfleck ist gewichen: Neubau am Hochzeitsberg ab Sommer 2020 bewohnbar

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Inspizierten den Neubau beim Richtfest: Architekt Marco Herdina zeigte Bürgermeister Danny Sutor das Gebäude. 

30 Neugierige hatten den Weg zum Hochzeitsberg 7 gefunden und bestaunten beim Richtfest den Neubau. „Der Schandfleck ist ausgemerzt“, sagt Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor.

Der Neubau sei ein Beispiel für einen historischen Kontext: „Hier wird gezeigt, dass in einem Ort etwas prächtiges und schönes entstehen kann.“ Das dreigeschossige Gebäude passe gut in die Grebenstädter Altstadt. „Wir hoffen, dass auch andere so mutig sind, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen“, ergänzt Sutor.

Im Erd- und im Dachgeschoss entstand jeweils eine rund 100 Quadratmeter große Wohnung, das mittlere Stockwerk dient als Büroetage für die Firma Rüddenklau und Partner. „Die Wohnungen sind schon vergeben. Sie wurden nicht mal beworben – dennoch gab es Anfragen“, so der Besitzer und Architekt Marco Herdina. Der Bedarf in Grebenstein für neuen Wohnraum in der Altstadt scheine wohl hoch zu sein. Damit Herdinas Konzept Form annehmen konnte, musste eine Bezuschussung garantiert sein. „Die Kosten des Projekts beliefen sich am Ende auf etwas über eine Millionen Euro“, sagt Herdina. 

Aus dem Förderprogramm Aktive Kernbereiche gibt es rund 305.000 Euro, der städtische Anteil beträgt circa 37.000 Euro. „Die restliche Summe kommt vom Land Hessen und dem Bund“, so der Architekt weiter. Komplett problemlos verliefen die Bauarbeiten laut Herdina nicht. „Wir hatten geplant, den Neubau auf den historischen Sandsteinwänden zu erreichten. Leider war die südliche Mauer abgängig und musste abgetragen und neu aufgebaut werden“, erklärt der Architekt.

Im Sommer 2020 bezugsfertig: Auf zwei Stockwerken gibt es Wohnungen, auf einer eine Büroetage.

Eingriffe in den Gewölbekeller mussten auch noch erfolgen. Das alles hatte letztendlich zur Folge, dass sich der Bau um sechs Wochen verzögerte und 80.000 Euro mehr kostete. Der Gewölbekeller musste aufgrund des Denkmalschutzes erhalten werden. „Der Neubau ist voraussichtlich das vierte Gebäude, das über dem oberen Gewölbekeller errichtet wird“, sagt Herdina. Der untere befindet sich laut des Architekten unter der Rasenfläche vor dem Gebäude und grenz direkt an die Stadtmauer der Oberstadt. „Die Besonderheit bestand darin, die Bestandsgebäude zu den Nachbargrundstücken und der Gewölbekeller einzubinden.“ Herdina rechnet damit, dass im Sommer nächsten Jahres, das Haus bezogen werden kann.

Das ehemalige Gebäude, das schon als legendär bezeichnet werden kann, wurde im Frühjahr dieses Jahres abgerissen. Als das Grebensteiner Rathaus zwischen 1987 und 1989 umfassend saniert wurde, diente Hochzeitsberg 7 als Ersatz für die Verwaltung. Auch Asylbewerber hatten in den Räumen schon Unterschlupf gefunden. Vielen bleibt das sich zuletzt in katastrophale Zustand befindlichen Gebäude als das Bordell „Happy Night“ in Erinnerung.

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