Kommunen kritisieren schleppende Goetel-Kommunikation

Schnelles Internet kommt langsam

Stillstand: Seit Ende August tut sich in der Kernstadt Grebenstein nichts mehr beim Glasfaserkabelverlegen. Die Baumaterialien warten darauf, dass die Baufirma weitermacht.
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Stillstand: Seit Ende August tut sich in der Kernstadt Grebenstein nichts mehr beim Glasfaserkabelverlegen. Die Baumaterialien warten darauf, dass die Baufirma weitermacht.

Seit Wochen gibt es Kritik an Verzögerungen beim Glasfasernetzausbau durch die Firma Goetel – vor allem in Grebenstein und Wesertal.

Wesertal/Grebenstein/Liebenau - Während in Burguffeln die ersten Kundenanschlüsse angeschaltet werden, wissen in Lippoldsberg viele nicht, ob Glasfaser überhaupt noch kommt.Dort soll es nun, nachdem falsche Informationen kursierten, eine weitere Infoveranstaltung geben.

Anschlussprobkleme in Gieselwerder

In Gieselwerder ist der Tiefbau für die Anschlüsse abgeschlossen, aber die Inbetriebnahme lässt auf sich warten. Wie in Grebenstein hat auch Wesertal keine konkreten Auskünfte erhalten können, woran es liege und wann es weitergehe, erklärte Bürgermeister Cornelius Turrey auf HNA-Anfrage. Es sei lediglich von „Anschlussproblemen“ die Rede gewesen. „Wir warten seit Tagen auf Auskunft, wann welcher Ortsteil angeschlossen wird. Vor allem zu Lippoldsberg gab es zuletzt sehr unterschiedliche Aussagen.“ Ende Juli hatte Goetel mitgeteilt, dass in Heisebeck 158 Hausanschlüsse fertiggestellt seien. Danach sollten die Kabel im Ort verlegt werden.

Finale Verhandlungen zur Durchleitung

Auf HNA-Anfragen teilte Alexander Obisjuk von der Goetel-Pressestelle mit, dass das Unternehmen für Gewissenruh „in finalen Verhandlungen“ mit dem Betreiber der Trasse stehe, die das Datensignal durch bereits bestehend Infrastruktur in das Goetel-Netz übergibt. Sobald in Kürze eine Einigung erzielt wird, könnten die Orte Gewissenruh, Gieselwerder und Gottstreu in das errichtete Glasfasernetz der Goetel implementiert werden und online gehen.

Aus Gieselwerder erfuhr die HNA, dass es Anschlussprobleme geben soll. Was sich genau dahinter verbirgt und bis wann mit der Anschaltung zu rechnen ist, konnte Goetel bis Mittwochabend noch nicht beantworten.

„In den nächsten Wochen“

Die Glasfaseranbindung für die Ortsteile Arenborn, Heisebeck und Vernawahlshausen verläuft laut Goetel durch Lippoldsberg. Auch hier werde das Datensignal über ein bestehendes Netz eines anderen Anbieters in das Netz der Goetel übertragen. Aktuell werden laut Alexander Obisjuk die letzten Tests vorbereitet, um eine stabile Leistung zu gewährleisten. Nach Abschuss der Tests würden Arenborn, Heisebeck und Vernawahlshausen in den nächsten Wochen online gehen. Bis wann, blieb offen.

Falsche Informationen in Lippoldsberg

In Lippoldsberg selbst hatte Goetel vor zwei Wochen auf Direktvertrieb gesetzt, um die wirtschaftliche Quote zu erreichen. Dabei mussten die Mitarbeiter feststellen, dass falsche Aussagen bezüglich der Goetel-Preise im Umlauf waren. Obisjuk: „Deshalb sind wir zu dem Entschluss gekommen, eine Informationsveranstaltung vor Ort anzubieten, für die wir noch einen Termin suchen. Wir wollen damit den Anwohnern, die nicht direkt an der Trasse wohnen, die Chance geben die Quote zu erreichen. Unser Ziel ist es, den ganzen Ortsteil Lippoldsberg mit Glasfaser bis ins Haus zu versorgen.

Bei der Ausführung der Arbeiten gibt es große Unterschiede, offenbar auch, weil Goetel mit mehreren Subunternehmern arbeitet, die ihre Arbeiten unterschiedlich ausführen – mal besser, mal schlechter, wie die Anwohner feststellen.

In Grebenstein stehts still

Axel Schindehütte vom Bauamt der Stadt Grebenstein beispielsweise ist verärgert, weil sich in der Kernstadt Grebenstein seit rund zwei Monaten nichts mehr tut. Geschätzte 75 Prozent der Häuser, für die Aufträge vergeben wurden, seien bereits angeschlossen und in Betrieb. Doch etwa ein Zehntel der Anschlüsse fehle noch. Schindehütte: „Ende August sollte eigentlich alles fertig sein. Hier müsste Goetel mehr Druck machen“. Die Firmen seien teilweise nur per Messenger-Dienst erreichbar, antworteten aber nicht. Zudem seien etliche Gehwege schlecht gepflastert worden und hügelig. Deshalb habe es auch noch keine Bauabnahme gegeben: „Und ohne Abnahme kein Geld.“

Erste Burguffelner am Netz

Dass weitere Bürger nun schneller online gehen können, teilte Goetel am Montag für den Grebensteiner Stadtteil Burguffeln mit. „Die ersten Kunden werden in Burguffeln aktuell ans Netz geschaltet und können nun mit bis zu einem Gigabit surfen. Schon bald ist ganz Grebenstein schnell und störungsfrei im Internet aktiv“, heißt es in der Goetel-Pressemitteilung. Man sei zufrieden mit dem Ergebnis. Das Projekt gehe in die finale Phase und schon bald könnten alle in Burguffeln im Netz surfen.

Liebenaus Bürgermeister zufrieden

Zufrieden mit der Arbeit von Goetel ist auch Bürgermeister Harald Munser in Liebenau: „Goetel hat Glasfaser in Liebenau ermöglicht.“ Er schätzt, dass 90 Prozent der Haushalte angeschlossen seien, die einen Vertrag abgeschlossen hätten. Und das mit Glasfaser bis ins Haus (FTTH), wovon man vor fünf Jahren nicht zu träumen gewagt hätte. Munser geht davon aus, dass die noch ausstehenden Anschlüsse bis zum Jahresende ebenfalls noch erstellt werden. Er sei „zufrieden und dankbar, dass wir das erreicht haben“.

Mal Positives sehen

Munser kritisiert, dass „immer nur geguckt wird, wo die Pflastersteine nicht richtig liegen“. Er fordert, „auch das Positive zu sehen“. Probleme gebe es auch bei anderen Anbietern, etwa abgeschaltete ISDN-Anschlüsse bei der Telekom. (Thomas Thiele)

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