Beschluss des Parlaments

Stadt Grebenstein sagt Ja zur EAM

Sprach sich für Erwerb aus: Bürgermeister Danny Sutor.

Grebenstein. Die Stadt Grebenstein beteiligt sich mit 0,275 Prozent an der EAM. Das hat das Stadtparlament mit großer Mehrheit beschlossen. Es gab aber auch Widerstand: Die FDP und Bürger Wahl Alternative Grebenstein (BWA) stimmten dagegen, sie stuften die Risiken als zu groß ein.

Die Stadt Grebenstein zahlt bar den eher symbolischen Preis von 414 Euro bei der EAM-Beteiligungs GmbH. Die millionenschweren EAM-Anteile sollen sich nämlich selbst finanzieren. „Wir werden in den nächsten 25 Jahren nichts davon haben“, sagte Bürgermeister Danny Sutor. Denn das Geld, das die Stadt aus den Gewinnen der EAM bekommt, wird für Tilgung, Zinsen und Kosten des Kaufes ausgegeben.

Grebenstein gibt lediglich Bürgschaften über 2,46 Millionen Euro ab. In 20 Jahren soll dann ein Vermögen in Form einer Beteiligung von über zwei Millionen Euro entstanden sein. „Das ist eine einmalige Gelegenheit, sich zukunftsweisend zu verhalten mit überschaubarem Risiko“, sagt er.

Das sahen auch viele Stadtverordnete so: „Wir treffen eine Entscheidung und hoffen, das sie unseren Enkeln und Urenkeln nutzt“, sagte Wilhelm Neutze (SPD). Grebenstein sichere sich mit der Beteiligung Einfluss bei der Energiewende und Mitspracherecht im Bezug auf das Netz.

Kritik an der Beteiligung: Heike Giede-Jeppe. Archivfotos: nh

Von einer „einmaligen Chance“ sprach auch Uwe Lohmann (CDU). Es gebe einige Gründe für den Erwerb, beispielsweise die Rendite von acht Prozent. Doch genau solche Prognosen provozierten auch Kritik: Heike Giede-Jeppe (FDP) verglich sie mit den Vorhersagen zum Flughafen Kassel-Calden - dessen Passagierzahlen auch weit unter den Prognosezahlen liegen. Die gemachten Renditeversprechen ließen einem „fast die Schamesröte ins Gesicht steigen“, sagte sie. Sie zweifelt stark an den Rechnungen: „Eon hat die Sahne abgeschöpft und für die Kommunen bleibt nur Magermilch.“

Bürgermeister Danny Sutor verwies in Sachen Sicherheit darauf, dass das wichtigste Geschäft der EAM die Netzentgelte sind, also die Gebühren für die Durchleitung von Strom. „Wir reden über einen regulierten Netzbetrieb: Das Entgelt ist immer gleich“ Das größte Risiko für die EAM ist daher staatlich: der Gesetzgeber. (gör)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.