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Totenkopf statt Blümchen: Neue Grafiken von Grebensteiner Künstler Nik Barlo

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Von: Natascha Terjung

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In seinen „Agitprop-Plakaten“ setzt sich Künstler Nik Barlo aus Grebenstein mit historischen Ereignissen und aktuellen gesellschaftlichen sowie politischen Themen auseinander.
In seinen „Agitprop-Plakaten“ setzt sich Künstler Nik Barlo aus Grebenstein mit historischen Ereignissen und aktuellen gesellschaftlichen sowie politischen Themen auseinander. © Natascha Terjung

Der Grebensteiner Künstler Nik Barlo widmet sich in seiner neuen Serie „Agitprop-Plakate“ politischen und gesellschaftlichen Themen.

Grebenstein – Blumen und Pflanzen, kontrastreich in Szene gesetzt – dafür ist der Grebensteiner Künstler Nik Barlo bekannt. Mit seiner neuen Serie „Agitprop-Plakate“ schlägt er nun eine andere Richtung ein. Weg von den Abbildungen der schönen Natur, hin zum menschlichen Handeln – und dessen Auswirkung auf Gesellschaft und Umwelt. „Ich will bei den Leuten intensiver anklopfen. Statt um Blümchen geht es bei der Plakatserie um politische und philosophische Themen“, sagt der Grebensteiner Künstler. Dabei greift Barlo historische Ereignisse ebenso wie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf. Zusammen mit einem befreundeten Grafiker aus Liebenau hat Nik Barlo die Gestaltung der Plakate ausgearbeitet. „Ich habe meine Ideen für Motive und Schriftarten skizziert und am Computer haben wir das zusammengesetzt.“

Die Motive für seine Plakate hat Nik Barlo vor allem über die Bildersuche im Internet gefunden – dabei stieß er auf ein besonders groteskes: „Zu sehen sind ein Kommandeur und seine Ehefrau. Sie schneiden zur Feier der Atombombentests im Bikini-Atoll eine Buttercremetorte in Form eines Atompilzes an“, erklärt Barlo. Das Foto entstand nach den Atomwaffentests der USA im Bikini Atoll im Pazifik in den 40er und 50er Jahren. Nik Barlo hat das Foto mit der Überschrift „Sternstunden der Menschheit“ versehen.

Grafiken von Grebensteiner Künstler Nik Barlo sollen zum Nachdenken anregen

Wie auch die anderen Plakate der Agitprop-Reihe soll das Abgebildete zum Nachdenken anregen: „Bei der Serie war es mir wichtig, dass die Bilder und Wörter länger im Kopf bleiben“. Gleichzeitig sollen die Motive das Thema auf den Punkt bringen, betont Barlo – so auch das Plakat „Weltkulturerbe“, auf dem Plastikmüll im Übermaß zu sehen ist. „Plastik ist mittlerweile überall“, sagt Barlo. „Trotzdem kaufen die Menschen nicht weniger davon und die Klimakatastrophe schreitet voran.“

Was all diese Themen im Kern eint, ist vor allem das unvernünftige Handeln des Menschen, erklärt Barlo. Demnach ist für den Künstler der Ausgangspunkt der Serie das Plakat mit der Abbildung eines Totenkopfes und der Frage „Evolution?“. Darunter steht geschrieben: „Homo stultus stultus“. Wörtlich übersetzt heißt das „Mensch dumm dumm“, erklärt Barlo. Das sei zwar eine krasse Aussage, „doch das ewige Durch-die-Blume-Sprechen ging an vielen Leuten vorbei.“ So sei es bei seiner Plakat-Aktion „Nordhessen Open“ im vergangenen Sommer gewesen.

Den Blumen- und Pflanzenabbildungen hat Nik Barlo trotzdem nicht den Rücken gekehrt: Seine Foto-Serie „Herbarium“ mit Abbildungen von Pflanzen aus den Herrenhäuser Gärten in Hannover ist momentan in der Staatsdomäne in Frankenhausen zu sehen. Auch die „Nordhessen Open“ sollen eine neue Auflage bekommen – dafür fehle aber momentan noch Geld. Welche Plakate der Grebensteiner Künstler dann in öffentlichen Werbeträgern ausstellen will, ist noch offen – eine Botschaft werden sie auf jeden Fall haben, verspricht Nik Barlo. (Natascha Terjung)

Info: Die Agitprop-Plakate sind als Schaufensterausstellung im Global Arts Depot in Grebenstein an der Udenhäuser Straße, Ecke Bahnhofstraße zu sehen.

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