Ansteckungsgefahr ist gering

Tuberkulose-Fall im Grebensteiner Kindergarten

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Im Grebensteiner Kindergarten hat es einen Fall von Tuberkulose gegeben.

Im städtischen Kindergarten in Grebenstein hat es einen Tuberkulose-Fall gegeben. Ein infiziertes Kind hat die Einrichtung besucht. Die Erkrankung wurde im Krankenhaus festgestellt.

Ein Team des Gesundheitsamtes Region Kassel hat am Mittwoch 70 Jungen und Mädchen, die mit dem erkrankten Kind Kontakt hatten, getestet. Das infizierte Kind ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ihm geht es wieder gut, sagte Regine Bresler, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes, auf HNA-Anfrage. Fragen und Antworten zu dem Fall.

Wo kommt diese Erkrankung her?

Das ist unklar. Das Gesundheitsamt hat in der Familie und im Umfeld keine Hinweise gefunden und auch keine weiteren Erkrankungen festgestellt. Das Kind war in ein Krankenhaus gekommen, das die meldepflichtige Krankheit diagnostizierte und das Gesundheitsamt informierte.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr?

Für gesunde Menschen ab 15 Jahren ist die Ansteckungsgefahr sehr niedrig, sagt Regine Bresler. Ein gesundes Immunsystem kann den Ausbruch verhindern. Gefährlicher ist es für Säuglinge, geschwächte Senioren oder beispielsweise für Menschen, die eine Chemo-Therapie machen. Um sich anzustecken, müsste man allerdings intensiven engen Kontakt zu einer infizierten Person haben.

Der Erreger Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter einem Elektronenmikroskop. Das Längenmaß entspricht einem tausendstel Millimeter.

Was passiert mit den Kindergarten-Kindern?

Das Gesundheitsamt hat einen Test veranlasst, um festzustellen, ob noch andere Kinder betroffen sind. Dafür wird bei 70 Kindern einen Tuberkulin-Hauttest am Unterarm gemacht. Untersucht werden alle Kinder aus den Gruppen, die das betroffene Kind besucht hat. Für andere Kinder besteht keine Ansteckungsgefahr. Der erste Hauttest fand am Mittwoch statt, sagte Bürgermeister Danny Sutor. Ein zweiter Termin für diesen Test wird im Juli im Gesundheitsamt in Hofgeismar angeboten.

Und was mit den Erzieherinnen?

Sie werden nach frühestens acht Wochen mittels Blutentnahme untersucht. Vorher ist eine mögliche Erkrankung nicht zu erkennen.

Wann liegen die Testergebnisse vor?

Am heutigen Freitag kommt das Team des Gesundheitsamtes erneut in die Tagesstätte. Die Mitarbeiterinnen überprüfen, ob der Hauttest mittels Spritze zu einer Verhärtung geführt hat – ein Indiz für eine Ansteckung.

Wie wurden die Eltern informiert?

Das Gesundheitsamt hat die Eltern zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Dort wurden viele Fragen beantwortet und Sorgen genommen, sagte Bresler. Für sie sind diese Sorgen verständlich, weil es sich bei Tuberkulose um eine seltene Krankheit handelt.

Was macht die Stadt als Kindergarten-Träger?

Am Donnerstag hat auch die Stadt die Eltern der Kindergarten-Kinder informiert, sagt der Bürgermeister. Das betroffene Kind war nicht hochansteckend. Eine Ansteckung über Dritte ist nicht möglich. Auch durch Gegenstände, die das infizierte Kind angefasst hat, wird die Krankheit nicht übertragen werden. Der Kindergarten-Betrieb kann weiterlaufen. Das bestätigte Regine Bresler. Etwa 190 Kinder besuchen die Tagesstätte in Grebenstein.

Wo können Ratsuchende nachfragen?

Beim Gesundheitsamt Region Kasselgibt es eine Tuberkulose-Beratungsstelle. Sie ist unter der Rufnummer 0561/787 1978 erreichbar.

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