Udenhäuser wollen ihre Wasserversorgung beibehalten

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Volles Haus: Die Größe des Dorfgemeinschaftshauses Udenhausen reichte gerade aus, um den Besuchern Platz zu bieten. Nicht alle der über 250 Udenhäuser fanden allerdings einen Sitzplatz, als es vier Stunden um die künftige Wasserversorgung im Ort ging. 

Udenhausen. Die Udenhäuser fordern eine Sanierung ihres jetzigen Brunnens Erlenborn im Reinhardswald.

Das wurde bei einer vierstündigen Bürgerversammlung am Montag in Udenhausen deutlich.

„Wir haben mit vielen Besuchern gerechnet. Aber es sind noch mehr bekommen“, begrüßte Stadtverordnetenvorsitzender Peter Zanger die Besucher. Für 220 Gäste war bestuhlt worden, doch das reichte nicht. Über 30 mussten die Versammlung stehend verfolgen.

Geboten wurden ihnen jede Menge Informationen. Im Grundsatz geht es darum, ob die jetzige Quelle saniert werden kann oder ob ein Anschluss an ein anderes Wassernetz geboten ist.

Seit 2009, so erklärte Bürgermeister Danny Sutor die Situation, gebe es Probleme mit der Quelle. Die geförderte Wassermenge ginge zurück und dünnädriges Wurzelwerk wachse in die Quellrohre. Eine erste Sanierung habe das Problem nicht dauerhaft verbessert. Mittels einer Videobefahrung, die bei der Versammlung gezeigt wurde, wurde das Problem optisch dargestellt. Bislang würde man durch mechanische und chemische Reinigungsmethoden dafür sorgen, dass die Udenhäuser stets einwandfreies Wasser hätten.

Doch eine Dauerlösung ist das nicht. Deshalb wurde das hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) eingeschaltet. Es sollte Vorschläge für eine nachhaltige Sanierung machen. Der Vorschlag des HLUG: Die Wasserschutzzonen sollten erweitert werden. Dafür müssten im engeren Umkreis einige Bäume gefällt werden und im weiteren Umkreis die Forstbewirtschaftung zurückgefahren werden. Der Hessenforst als Eigentümer des Areals fordert, so Sutor, in einer ersten Stellungnahme 570 000 Euro quasi als Schadenersatz. Ob die Summe verhandelbar sei, würden weitere Gespräche zeigen.

Wird die Zone nicht ausgeweitet, so befürchten Fachleute, dann könne das Problem auch nach einer Sanierung wieder auftreten.

Mit einer möglichen Neuordnung der Wasserversorung war das Ingenieurbüro Oppermann (Vellmar) beauftragt worden. Es rechnete die Kosten der verschiedenen Alternativen durch, wobei bei der Udenhäuser Lösung sowohl der Einbau eines Sandfilters als auch einer Ultrafiltrationsanlage empfohlen wurde. Durch diese doppelte Reinigung, so wandten die Udenhäuser ein, würden die Kosten nach oben getrieben. Dass es auch nur mit einer einfachen Lösung gehe, bestätigte zwar Dr. Schmelz von der Uni Göttingen, doch sicherer sei man mit der Doppellösung, so Michael Rempe vom Ingenieurbüro. Aus seiner Sicht sei ein Anschluss an Grebenstein die sicherste und günstigste Variante. Aber: „Ich bin nicht der Entscheider. Nur der Berater. Wenn sie was anderes wollen, bauen wir auch das.“

Noch, so Bürgermeister Sutor sei die Entscheidung nicht gefallen. Er gehe aber davon aus, dass dieses Jahr noch entschieden wird. Aber noch sammle man Fakten.

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