Milchbänke laden zum Plausch ein

Udenhausen: Erinnern an einstige Sammelstellen

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Patrick Kubisch (links) von der Tischlerei Arend aus Hümme half Friedhelm Fischer beim Aufstellen der Milchbank. Die steht nun an der gerade fertiggestellten Straße, mitten im Ort, wo schon früher eine solche stand. Übrigens gibt es heute gerade noch zwei Milchviehbetriebe in Udenhausen.

Milchbänke waren früher weit mehr als nur Sammelstellen. Hier wurde nicht nur die Milch hergebracht, sondern oft auch ein kleiner Plausch gehalten.

Bis in die 70er Jahre gab es auch in Udenhausen Milchbänke – an diese will Friedhelm Fischer nun im Ortskern erinnern. An der Ecke zwischen Mittelstraße und Oberer Straße steht seit vergangener Woche die schlichte Bank mitsamt alten Kannen. „Frühmorgens haben die Leute ihre Milch hierhergebracht und mittags die leeren Kannen wieder abgeholt“, erklärt der Heimatkundler. 

Milch-Fischers: Wilhelm Fischer feierte 1956 das 50-jährige Bestehen der Milchabfuhr. Dafür hatte er seinen wagen geschmückt, der hier vor der Gaststätte Gerlach im Borneweg steht.

Da früher fast jeder Haushalt ein paar Kühe gehalten habe, hätte es einige dieser Stellen gegeben. Laut Überlieferungen war die Familie Fischer, im Ort als Milch-Fischers bekannt, jahrzehntelang für den Milchtransport zuständig. 

„Erst mit Pferd und Wagen, später dann mit einem alten Lanz mit Anhänger“, berichtet der 69-Jährige. Als 1962 die Molkerei in Grebenstein geschlossen hätte, sei der Transportdienst eingestellt worden. Fortan gab es nur noch eine Sammelstelle an der Durchgangsstraße, welchen der Milchlaster bis 1991 täglich ansteuerte.

Die neue Milchbank ist wesentlich stabiler gebaut als das Vorgängermodell. Bestückt ist sie mit Kannen aus Udenhausen und der Umgebung, die Fischer überwiegend per Annonce erworben hat. Da alle ziemlich verrostet gewesen seien, habe er sie aufarbeiten müssen, schließlich solle die Milchbank zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen, erklärte er. 

Das Holz stammt übrigens von der Tischlerei Arend aus Hümme, die es für das Projekt spendeten. Nun wartet der Initiator nur noch auf eine Infotafel, die er in Auftrag gegeben hat. Außerdem würde er neben das Erinnerungsstück gerne noch einen kleinen Busch oder Baum pflanzen.

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