Pendeln im Winter

Schnee bremst Radpendler entlang der B83 aus

Auf einem geteerten Weg neben einer Autostraße liegt Schnee und es sind Fahrrad- und Fußspuren zu erkennen.
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Ein zugeschneiter und vereister Wirtschaftsweg entlang der Bundesstraße 83 zwischen Burguffeln und Espenau. Er verursachte jetzt Ärger bei Radfahrern, die ihn zum Pendeln an die Arbeit nutzen.

Vor allem Kinder freuen sich zurzeit oftmals über Schnee zum Schlittenfahren. Bei einigen Radfahrern, insbesondere Berufspendlern, führt das winterliche Wetter eher zu Verärgerung.

Burguffeln – Zu Verärgerung bei Berufspendlern, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, führte jetzt der zuletzt zugeschneite und vereiste Weg entlang der B 83 zwischen Burguffeln und Espenau nahe des Guts Frankenhausen.

„Wenn man als Fahrradfahrer an solchen Stellen wegen fehlender Alternativen auf die Bundesstraße ausweichen muss, nötigt man andere Verkehrsteilnehmer dazu, beim Überholen über die durchgezogene Linie zu fahren“, sagt Martin Reitz aus Hofgeismar.

Der 32-Jährige fährt zurzeit jeden Tag von seiner Arbeitstelle im Kasseler Ortsteil Forstfeld nach Hause mit dem Rad. Für den morgendlichen Hinweg nutzt er im Winter den Zug.

Für Räumen von Wirtschaftswegen sind Kommunen zuständig

„Wie soll man die Benutzungspflicht des Radweges umsetzen, wenn er durch Vereisung nicht befahrbar ist?“, fragt er sich.

Dass Radfahrer laut Reitz bei der offiziellen Beschilderung für den Radverkehr zwischen Hofgeismar und Kassel über Wirtschaftswege geführt werden, stelle für ihn kein Problem dar, wie er betont.

Auf Anfrage unserer Zeitung bei Hessen Mobil erklärt Mitarbeiter Hellwig Kamm: „Für das Räumen von Wirtschaftswegen sind die jeweiligen Kommunen zuständig.“

Im Falle des Wirtschaftsweges entlang der B 83 nahe Burguffeln ist das also die Stadt Grebenstein.

Wirtschaftswege unterliegen nicht der Räumpflicht

Dort weist man die Schuld bezüglich der zugeschneiten und vereisten Fahrbahn von sich. „Wirtschaftswege, vor allem ohne Anlieger, unterliegen nicht der Räumpflicht“, sagt Oliver Kesper vom Bauamt der Stadt Grebenstein.

Der angesprochene Wirtschaftsweg sei in diesem Sinne nichts anderes als ein Feldweg. Diese wiederum stünden im Räumplan der Stadt von der Priorität her nahezu ganz hinten.

Am wichtigsten sind laut Kesper innerörtliche Haupterschließungsstraßen. Dabei handelt es sich um Straßen, die dem innerörtlichen Verkehr dienen und auch, wie der Name bereits vermuten lässt, der Erschließung von Grundstücken.

Ebenfalls eine hohe Priorität haben Steigungs- und Gefällstrecken sowie Brücken, wie Kesper sagt. „Alle Stellen, die irgendwie gefährlich werden können.“

Bauamtskollege Roland Lotze fügt darüber hinaus an, dass die Stadt Grebenstein Wege nur innerorts räume und nicht außerorts.

In Hofgeismar müssen Anwohner Geh- und Radwege streuen

Hessen Mobil selbst räume grundsätzlich zwar auch Radwege, wie Hellwig Kamm sagt. Allerdings habe man dafür in der Regel nicht genügend geeignete Räumfahrzeuge, die Kommunen hätten diese hingegen schon.

In der Hofgeismarer Kernstadt ist das Räumen und Streuen von Geh- und Radwegen Sache der dortigen Anwohner, erklärt Tobias Böker vom Ordnungsamt der Stadt. An einigen Wegen gebe es außerdem ausdrückliche Hinweisschilder mit der Aufschrift „Kein Winterdienst“.

Für die Hofgeismarer Straßen und im Umkreis zuständig ist die Straßenmeisterei Oberweser, die auch nach der Gemeindefusion noch ihren alten Namen trägt.

Hessenweit gibt es 46 Straßenmeistereien von Hessen Mobil, davon elf in der Region Nordhessen. (Jan Trieselmann)

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