Zwei Grebensteiner Familien erzählen

Weihnachten im Corona-Jahr: ohne Uroma und Gottesdienst

Haben einige Besuche abgesagt: Jana, Smila, Timo und Lasse Opfermann (von links) haben der Krise wegen ihr Weihnachtsprogramm umgestellt. Auch wenn es diesmal etwas anders sein wird, so hoffen die Vier dennoch auf ein paar schöne Tage.
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Haben einige Besuche abgesagt: Jana, Smila, Timo und Lasse Opfermann (von links) haben der Krise wegen ihr Weihnachtsprogramm umgestellt. Auch wenn es diesmal etwas anders sein wird, so hoffen die Vier dennoch auf ein paar schöne Tage.

Die Großeltern und die Tante bleiben allein zuhause, der Gottesdienstbesuch fällt aus. Keine Frage, Weihnachten in Corona-Zeiten wird bei vielen anders ablaufen.

Grebenstein - Ein echtes Kontrastprogramm wird Beate Chiout heute Abend erleben. „Normalerweise kommen zwischen 13 und 16 Familienmitglieder zu uns“, erklärt die 52-Jährige, die mit vier Töchtern, fünf Enkeln und einer noch lebenden Oma und Uroma eine wahre Großfamilie hat. Tummeln sich gewöhnlich zu Heiligabend mehr als ein Dutzend Menschen verschiedenster Generationen unterm Weihnachtsbaum der Grebensteinerin, so sind es diesmal nur vier. „Außer meinem Mann, meiner jüngsten Tochter und mir kommt nur noch meine Mutter.“

Natürlich blickt die Verkäuferin dem Fest mit etwas gemischten Gefühlen entgegen, seien sie „doch noch nie so wenige an diesem besonderen Abend gewesen“, wie sie sagt. So wird sie vor allem die leuchtenden Augen ihrer Enkel vermissen, wenn sie Geschenke auspacken. Aber auch die große Festtafel und das gemütliche Miteinander aller wird fehlen. „Trotz allem gibt es ein schönes Weihnachtsessen mit Ente, Knödeln und Rotkraut“, verrät sie. Und was der Abend dann bringe, werde sich zeigen.

Gewöhnlich beginnt der Weihnachtsabend bei ihr mit einem Besuch des Gottesdienstes: „Darauf verzichten wir nun gänzlich, da ich mich erstens nicht anmelden wollte und auf einen Weihnachtsgottesdienst ohne Gesang verzichten kann.“ Um möglichst allen gerecht zu werden, wird sie ihre Töchter separat an den beiden Weihnachtstagen treffen: „Die eine kommt zum Brunch, dann gehe ich zum Mittagessen zu meiner mittleren Tochter und die Älteste besuchen wir am zweiten Weihnachtstag.“

Etwas wehmütig ist Beate Chiout, dass ihre 92-jährige Oma aus Augsburg nicht dabei sein kann. „Wegen Corona habe ich sie nun ein Jahr nicht mehr gesehen, was schlimm ist.“

Müssen dieses Jahr Abstriche machen: Beate Chiout (Mitte) wird Weihnachten mit ihrem Mann Torsten Hackel, ihrer Tochter Mia (rechts hinten) und ihrer Mutter (nicht im Bild) verbringen. Enkel Wilhelm, Tochter Mirilin und Enkel Gustav feiern dieses Mal separat.

Auch bei Familie Opfermann wird es heute anders zugehen als gewöhnlich: „Wegen der Beschränkungen werden wir bei meinen Eltern und meiner Oma in Viesebeck bei Wolfhagen sein“, erzählt Jana Opfermann. Bisher hätten sie immer in Grebenstein bei den anderen Großeltern gefeiert, doch das sei nicht möglich, da sie dann zu viele gewesen wären. Gerne hätte die 29-Jährige ihren Kindern als Auftakt auch den Besuch eines Krippenspiels geboten, doch „das sei abgesagt“.

Dafür hat sich der Pfarrer aber etwas anderes ausgedacht, will er doch mit dem Trecker durch den Ort fahren und an verschiedenen Orten eine kleine Andacht halten. „Da schauen wir dann vom Gartenzaun aus zu und haben so auch etwas Weihnachtsstimmung.“

An den weiteren Festtagen wollen die vier Opfermanns ebenfalls ein eher abgespecktes Programm zelebrieren: „Besuche bei Tanten und weitere Familienzusammenkünfte haben wir erst einmal gestrichen“, berichtet sie und fügt an, dass sie lediglich am ersten Weihnachtsfeiertag bei den Eltern ihres Mannes sein werden. Insgesamt wird es also bei der jungen Familie wesentlich ruhiger zugehen als bisher – „und das finde ich gar nicht so tragisch“, meinte Timo Opfermann, der sich auch auf ein wenig Zeit zum Ausspannen freut. (Tanja Temme)

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