Grebensteiner Verein: Ideen gegen Ladenleerstand

Einladung zum Betrachten: Im temporären Kunstraum am Markt in Grebenstein gibt es unterschiedlichste kreative Arbeiten zu sehen. Dafür sorgt der Verein KuKu, im Bild (von links) die 1. Vorsitzende und Initiatorin Ulrike Claus-Gnegel mit den Vorstandsmitgliedern Monika Drube und Margita Hegenberg. Foto: Binienda-Beer

Grebenstein. Mit frischen Ideen kämpft ein Verein in Grebenstein gegen leere Schaufenster.

Leben soll herrschen im Herzen einer Stadt. Schon ein Schaufenster, das nach Geschäftsschließung nur den Blick in gähnende Leere freigibt oder sogar lieblos zugeklebt ist, kann in einem kleineren Ort Erscheinungsbild und Lebensgefühl trüben. Damit es in Grebenstein an exponierter Stelle soweit nicht kommt, verwirklichte der örtliche Verein Freiraum Kunst und Kultur (KuKu) ein bemerkenswertes Projekt mit dem Titel Temporärer Kunstraum.

Die Vorgeschichte: Am Markt (Hausnummer 4), direkt gegenüber dem schmucken mittelalterlichen Rathaus, drohte nach dem Umzug eines Floristikgeschäftes in die Nachbarschaft Leerstand für das Ladenlokal. Einen Mietinteressenten gibt es bisher nicht. Das brachte die Kuku-Vorsitzende Ulrike Claus-Gnegel auf die ausgefallene Idee, statt der ausgezogenen Blumen bis auf Weiteres Kunstwerke einziehen zu lassen. Der Zufall wollte, dass die Hauseigentümerin selbst Mitglied im Verein ist und dem Vorhaben somit positiv gegenüber steht.

Das Ergebnis der von weiteren Kuku-Engagierten mitgetragenen Initiative: eine facettenreiche Präsentation der Arbeiten von weit mehr als einem Dutzend Kreativen aus Grebenstein, der Umgebung und darüber hinaus. Gestaltete Objekte aus Keramik, Holz, Metall und Textil bilden gemeinsam mit großformatigen Acrylbildern, Kunstdrucken und filigranen Stabpuppen eine vielschichtige Werkschau aus den Ateliers und Werkstätten von akademisch ausgebildeten Künstlern wie auch Amateuren. Diese bekommen auf diese Weise Gelegenheit, ihre Arbeiten einem breiten Publikum vorzustellen. Und das wiederum trifft auf eine überraschende Kunstschau mitten im Alltag.

KuKu versteht sich dabei als Mittler zwischen Kreativen und den an ihren Werken Interessierten, will Kontakte herstellen. Schon durch das Schaufenster lässt sich ein Großteil der Präsentation betrachten, zweimal pro Woche ist der Kunstraum geöffnet. Besucher dürfen sich nach Lust und Laune umsehen, die Aufsicht führenden Kuku-Leute freuen sich über Begegnungen und anregende Gespräche. Der Kunstraum als belebendes Angebot im Herzen der Stadt kann nur ein Vergnügen auf Zeit sein. Deshalb der Zusatz temporär. Wenn sich ein Mieter für das Ladenlokal findet, wird das Projekt enden.

Sollte sich aber bis zum kommenden Frühjahr kein Mietinteressent finden, will KuKu den Raum auf jeden Fall auch für sein berühmtestes Ziehkind nutzen: den längst weithin renommierten Grebensteiner Markt Kunst & Handwerk am ersten Wochenende im Mai.

Öffnungszeiten: Freitags von 16.30 bis 19 Uhr und Samstags von 16.30 bis 19 Uhr.

Weitere Informationen auf www.markt.in-grebenstein.de

Von Dorina Binienda-Beer

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