Ministerpräsident soll Margret Nickel Auszeichnung aberkennen

Grüne: Kein Ehrenbrief für Rechtsextremistin

Lippoldsberg. Im Jahr 2001 erhielt Margret Nickel aus Lippoldsberg den Ehrenbrief des Landes Hessen. Der soll ihr wieder aberkannt werden, fordern Bündnis 90/ Die Grünen im Landtag und im Kasseler Kreistag. Grund: Nickel sei eine rechtsextremistische Buchhändlerin.

Die Grünen weisen darauf hin, dass bekannt sei, dass in der Kloster-Buchhandlung von Magret Nickel Schriften verbreitet werden, die den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus verherrlichten. "Gerade vor dem Hintergrund der NSU-Morde ist es für uns nicht hinnehmbar, wenn Personen, die wegen Volksverhetzung vorbestraft sind, den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten", erklärt Jürgen Frömmrich, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion.

Update

Dieser Artikel wurde um 18.40 Uhr aktualisiert.

Frömmrich weist darauf hin, dass Margret Nickel Mitglied der Gesellschaft für freie Publizistik ist, der größten rechtsextremistischen Kulturvereinigung Deutschlands. Ministerpräsident Volker Bouffier muss die Auszeichnung zurücknehmen, fordert Frömmrich.

Margret Nickel führt seit 2009 die Kloster-Buchhandlung in Lippoldsberg. Sie trat das Erbe der Dr. Holle Grimm an, deren Mitarbeiterin sie war. Holle Grimm war die Tochter des in der NS-Zeit hochdekorierten Schriftstellers Hans Grimm. Dessen bekanntestes Werk war "Volk ohne Raum". Grimm soll einer der Lieblingsschriftsteller von Adolf Hitler gewesen sein.

Margret Nickel wurde 2001 mit anderen Bürgern aus Lippoldsberg für ihr Engagement im örtlichen Sportverein mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet.

Margret Nickel selbst sieht sich dagegen im Recht. Sie beruft sich auf die im Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit und kann, wie sie gestern gegenüber unserer Zeitung erklärte, die Hetze gegen sie nicht verstehen. Sie verkaufe die Bücher ja nur, und was die Leser wollten, bekämen sie bei ihr.

Von Gerd Henke und Thomas Thiele

Rubriklistenbild: © dpa

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