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Handarbeit für den Klimaschutz: Das Moor im Reinhardswald wird renaturiert

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Von: Bernd Schünemann

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Sie helfen, damit neues Moor entsteht: von links Simone Göber (Karlsruhe), Martin Niedermaier (Rosenheim), Martin Kober (Hildesheim/mit Schubkarre) und Mario Grittner (Neumünster). Die Helfer verfüllen einen der Gräben, die bisher das Moorgebiet entwässern sollten.
Sie helfen, damit neues Moor entsteht: von links Simone Göber (Karlsruhe), Martin Niedermaier (Rosenheim), Martin Kober (Hildesheim/mit Schubkarre) und Mario Grittner (Neumünster). Die Helfer verfüllen einen der Gräben, die bisher das Moorgebiet entwässern sollten. © Bernd Schünemann

Für 2023 sind Rettungsarbeiten für das Lempe-Quellmoor im Reinhardswald geplant. Moore gelten als effektive CO2- und Wasserspeicher. Freiwillige setzen sich für ihren Erhalt ein.

Reinhardswald – Nach dem Federbruch nördlich von Holzhausen wird jetzt das Naturschutzgebiet Oberes Lempetal wieder vernässt. Die beiden Moorgebiete im Reinhardswald sollen als CO2- und Wasserspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Mehr als 30 Freiwillige des Bergwaldprojekts helfen in diesen Tagen mit, die Flächen am Ursprung der Lempe in der Nähe des Udenhäuser Stocks herzurichten. Das Forstamt Reinhardshagen will 2023 noch das Hemelmoor renaturieren, kündigte Jakob Gruber an. Er ist im Forstamt zuständig für den Naturschutz.

Daneben gibt es noch etwa zehn kleine Moore im Reinhardswald. Auch sie sollen erhalten und miteinander vernetzt werden. Dann werden auch diese Flächen zu CO2-Speichern. Außerdem können sich die auf diesen Lebensraum spezialisierten Bewohner besser verbreiten. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt begleitet diese Arbeiten. Die Erfahrungen aus der Renaturierung im Reinhardswald will das Land nutzen, um Moore in anderen Staatswäldern zu erhalten und zu entwickeln.

Sieht aus wie Moor – ist aber keins. Hier fließt die Lempe am Rand des Moorgebietes durch einen typischen Erlenbruchwald.
Sieht aus wie Moor – ist aber keins. Hier fließt die Lempe am Rand des Moorgebietes durch einen typischen Erlenbruchwald. © Bernd Schünemann

Zustand des Lempemoors gibt Hoffnung

Lutz Rohland vom Würzburger Verein Bergwaldprojekt leitet die Arbeiten an der Lempe. Mit freiwilligen Helfern hat er an der Erhaltung vieler Moorgebiete in Deutschland gearbeitet. Er sieht für das Lempemoor aufgrund der noch vorhandenen ursprünglichen Flora einen „hoffnungsvollen Zustand“.

Die Voraussetzungen für diesen Arbeitseinsatz hatte das Forstamt (wie berichtet) im Frühjahr 2021 geschaffen. Forstwirte entfernten die letzten Fichten aus dem Gebiet. Damit die noch erhaltene Moorvegetation möglichst wenig geschädigt wurde, nutzten sie einen Seilkran, der die Baumstämme schonend aus dem Gelände zog.

Finanziert werden die Arbeiten aus dem Klimaschutzplan Hessen der Landesregierung. Für Lempe- und Hemelmoor sind sie mit 50 000 Euro veranschlagt. Ergänzend hat das Forstamt den Bachlauf der Lempe erneuern lassen. Dabei wurde ein Graben, der das Moor teilte und das Gebiet entwässerte, geschlossen und verfüllt.

Moore sind wichtige Kohlendioxid-Speicher

Moore sind wichtige Kohlendioxid-Speicher. Sobald Moore wieder vernässt werden, nehmen die Torfmoose große Mengen CO2 auf, erklärt Projektleiter Lutz Rohland. Das wird unterirdisch im Torf gebunden. Fallen die Moore trocken, zerfällt der Torf und gibt das Kohlendioxid wieder ab. Das Bergwaldprojekt hat bundesweit mit der Unterstützung vieler freiwilliger Helfer bereits hunderte Hektar Moore renaturiert, sagte Lutz Rohland. (ber)

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