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Schöneberg: Ein riesiges Baumhaus mitten in den Wipfeln

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Von: Gerd Henke

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Schöneberg. Mit einer wackligen Hütte in einer Baumkrone wollte sich Bernhard Sander nicht zufrieden geben. „Ich wollte ein Baumhaus für meine Enkel, meine Frau und mich bauen, das seinen Namen auch verdient“, sagt der 64-Jährige, der Anfang des Jahres die Geschäftsführung seines Bauunternehmens Sander Haus an seinen Sohn übergeben hat.

Dass der Seniorchef seine großen Pläne in die Tat umgesetzt hat, davon können sich alle Autofahrer, die auf der B 83 durch Schöneberg fahren, seit einer Woche mit einem Blick aus dem Seitenfenster überzeugen. Mitten aus dem Wohngebiet des Hofgeismarer Ortsteils ragt inzwischen der Rohbau des Mammutprojekts heraus - und zwar in einer Dimension, wie sie in Deutschland wohl einzigartig ist.

Zwischen zwei Eichenwipfeln schwebt, getragen von zahlreichen dicken Holzstützen, Stahlseilen und Querverstrebungen, eine 72 Quadratmeter große Bodenplatte in einer Höhe von 14 Metern.

Das zweistöckige Wochenend-Spielhaus, das inzwischen darauf gewachsen ist, ist

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Einzigartige Aussicht: Bernhard Sander hat zusammen mit fünf Mitarbeitern seines Unternehmens in Schöneberg ein riesiges Baumhaus gebaut - 360-Grad-Panorama inklusive. Fotos: Prieler

selbst nochmals sechs Meter hoch und so ausgelegt, dass es vollwertig genutzt werden kann. Einwandfrei gedämmt, ans Strom- und Wassernetz angeschlossen. „Es soll ja nicht schon beim dritten Besuch Langeweile einkehren“, sagt der Bauherr. Für die jüngeren seiner sechs Enkel plant Sander deshalb sogar eine Rutsche, die von der Treppe aus sechs Metern Höhe nach unten führen soll. Im Haus selbst werden in den kommenden Wochen unter anderem eine Schlafecke aus zwei Betten, eine Kochnische, ein Ofen und die nötigen sanitären Anlagen entstehen

Entschlossen dazu, sein Grundstück nicht als Baugrund aufzuteilen, sondern sich stattdessen darauf einen Kindheitstraum zu erfüllen, hat sich Sander voriges Ostern. „Die ganze Familie hat mein Vorhaben sofort unterstützt“, sagt der 64-Jährige. So ein Projekt könne man auch nur gemeinsam stemmen.

Und auch die zuständigen Ämter hatten gegen den Bauantrag, den Sander nach seinem Entschluss auf herkömmliche Weise gestellt hat, bisher keine Einwände. „Das einzige Problem waren die fehlenden Erfahrungswerte“, räumt der sechsfache Großvater ein. Schließlich begab sich auch der routinierte Bauherr beispielsweise bei den Berechnungen zur Statik eines solchen Baumhaus-Kolosses auf Neuland. Gewankt habe die Konstruktion bisher trotzdem nicht, so Sander. Allein schwindelfrei sollten die Besucher, denen der Hausherr die Zugtreppe zu seinem Wochenendhaus öffnet, sein. (mip)

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