Michi Beck: "Das erste richtig geile Festival dieses Jahr"

Konzert auf dem Hessentag: 8000 feierten die Fantastischen Vier

+

Hofgeismar. Großartige Show der Stuttgarter Hiphop-Legenden in der Hessentagsarena: Die Fantastischen Vier brauchten nur Minuten, um das Publikum zu erobern.

Wenn Mittvierziger-Papas mit hängenden Hosenböden ihre zahnspangetragenden Grundschulsöhne auf den Schultern tragen und beide Generationen textsicher „MFG – mit freundlichen Grüßen“ singen, dann sind die Fantastischen Vier auf der Bühne. Beim Hessentag in Hofgeismar antworteten 8000 Besucher am Donnerstag mit begeistertem Johlen auf die Frage „Seid ihr ready to schweinerock?“, und das Konzert an diesem Bilderbuchsommerabend entwickelte eine Stimmung, einen Flow, der Musiker und Publikum mitriss und die Massen in der Hessentagsarena schon nach wenigen Minuten zum kollektiven Bouncen brachte.

Aus ihrem riesigen Repertoire an Musikmaterial aus 25 Bandjahren hatten Smudo, Michi Beck, Thomas D. und And.Ypsilon eine überzeugende Mischung aus ihren alten Hits und neuen Titeln zusammengestellt – Perlen wie „Und los“ mit seinem selbstironischen Umgang mit Heldenposen oder „Gegen jede Vernunft“ standen neben Klassikern wie „Tag am Meer“, das überraschenderweise als „Das ist euer Song, Hessen“, angekündigt wurde. Doch als die maritim-rauschende Soundkulisse sich unter dem wolkenlosen Abendhimmel aufbaute, konnte man einen Moment lang wirklich meinen, Hofgeismar läge am Ozean.

Die Fantastischen Vier auf dem Hessentag

„Die Hofgeismar, die ich rief“, beschworen die Fantas später herauf: Sie witzelten herum, präsentierten sich in bester Showlaune, Thomas D. und Smudo wirbelten wie die Derwische über die Bühne, der hervorragende Live-Kameramann hatte alle Hände voll zu tun, die rasenden Rapper für die eleganten Videoleinwände ins Bild zu bringen. Bei „Krieger“ präsentierte sich Thomas D. als entrückter Magier mit nacktem Oberkörper, sprechsang vom Traum, der weitergeht, auch wenn du aufwachst. Doch ließen die Stuttgarter Hiphop-Legenden nie zu, dass der Ernst überwog – so legte Michi Beck wenig später mit dem fröhlichen „Picknicker“ einen Konzerthöhepunkt nach.

Stunden zuvor, als die Abendsonne noch gleißte, hatte Funkmusiker Seven mit seiner Band ein ansprechendes Aufwärmprogramm geliefert.

Im Zugabenblock gaben sich dann Smudo und Thomas D. nach 22 Uhr einen Ruck: „Das sind wir euch schuldig“, riefen sie in die Menge, und erzählten, sie konnten diesen Song nicht mehr hören. Haben ihn ewig nicht live gespielt. Bis Hofgeismar – und schon erklang das typische Pfeifen des Intros und der frühe Hit der Fantastischen Vier wirkte frisch wie vor 25 Jahren: „Die da“. Zum Schluss gabs das Song-Versprechen „Wir bleiben TROY“, und man glaubte Michi Beck, der versicherte, dass das „das erste richtig geile Festival dieses Jahr“ war.

Lesen Sie auch: Die Fantastischen Vier: Tausende Fans feierten ihre Band

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.