Bigband brillierte ohne Marschmusik

Hessentag: Bigband der Bundeswehr begeisterte mit Swing, Jazz und Rock

Hofgeismar. Bigband-Sound kommt nicht aus der Mode. Hörer aller Altersgruppen verbinden damit ganz eigene Vorstellungen – das Wiederaufleben des Swing der 30er und 40er Jahre, die gesoftete Tanzmusik der 70er Jahre, die Volkslieder und Märsche im Happy-Sound der 80er Jahre oder variationsreiche Jazznummern für Kenner.

All das beherrscht die Bigband der Bundeswehr, die am Dienstagabend im Festzelt in Hofgeismar 1600 Zuhörer zum stehenden Applaus von den Stühlen holte.

Bandleader Timor Oliver Chadik hat im Januar die Leitung des Orchesters übernommen, das zu den besten Europas zählt. Er setzt die Tradition fort, die 1971 vom legendären Günter Noris gestartet wurde. Der hatte auf Wunsch des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt der modernen Armee einen modernen Sound verpasst, als Bereicherung der bis dahin üblichen reinen Marsch- und Militärmusik.

Die fehlte auch am Dienstag komplett, nur eine jazzige Bearbeitung des klassischen Gitarrenstücks Concerto de Aranjuez deutete noch in die Richtung ernster Musik, allerdings feurig gespielt. Das gesamte Programm machte Spaß, das komplett aus Stücken bestand, die eigens und nur für die Bundeswehr-Bigband und die Fähigkeiten ihrer 21 Musiker arrangiert sind. Der Einstieg reichte vom schnellen und virtuosen Birth Of A Band von Quincy Jones (er produzierte Michael Jacksons Megaseller Thriller) über ein Duke-Ellington-Medley bis zum überraschenden TV-Hit Wickie und die starken Männer, wo sich der Schlagzeuger austoben konnte.

Glänzende Solisten

Bandleader Chadik hatte die Raging Guitars mitarrangiert und bei Frank Sinatras My Way glänzten die Bläser mit Soloeinsätzen. Manche Marschmusikgewohnten Zuhörer machten durch die Bigband erstmals Bekanntschaft mit der Rockband Queen, denn Drummer Ralph Winter verwandelte sich in einen Sänger, der mit Hits wie Don't Stop me Now und natürlich We Are The Champions das Publikum zum Mitsingen brachte. Die Herzen des Publikums eroberte Sängerin Bwalya Chimfwembe, die James Browns „I feel good“, Marvin Gayes „I heard it through the grapewine“ und John Lennons „Imagine“ in der Herbie-Hancock-Fassung Leben verpasste, unterstützt von der 13 Nummern lang perfekt spielenden Band.

Nachdem Staatssekretär Manuel Lösel und das Hessentagspaar verkündeten, dass der Erlös des Benefizkonzerts krebskranken Kindern im Kasseler Palliativzentrum„ Kleine Riesen“ zugute kommt, kam zur Zugabe Bridge Over Troubled Water nochmals Sänger Winter dazu und das Publikum war glücklich.

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