2000 Konzertbesucher in Hofgeismar

Hubert von Goisern beim Hessentag: Alpenrock und witzige Kommentare

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Hofgeismar. „Er ist viel ruhiger geworden, älter eben“, hörte man einen Besucher etwas enttäuscht flüstern und bilanzieren: „Früher war er wilder, da hat er mir besser gefallen.“

Mag sein, dass Alpenrocker Hubert von Goisern (eigentlich Hubert Achleitner), nun 62-jährig, den Rebellen in sich etwas gezähmt hat.

Sätze, wie er sie am Donnerstag bei seinem Konzert im Festzelt auf dem Hessentag in Hofgeismar von sich gab – „ wir müssen einander nicht lieben, aber kooperieren“ – mögen dafür sprechen.

Rein musikalisch gesehen aber hat eine ruhigere Gangart seinem Konzert keinen Abbruch getan. Gut 2000 Besucher waren gekommen, um den charismatischen Musiker und Querkopf, samt Band und zahlreichen Akkordeons, die er beständig austauschte, im Festzelt zu erleben. Das Publikum war vom Österreichischen Musikus, der 2004 von seinem Heimatort Bad Bad Goisem zum Ehrenbüger erhoben wurde, seiner Musik und seinen ironischen Ansagen, zumindest ab der zweiten Hälfte des Konzertes restlos begeistert.

Zuvor sprang der Funke nur hin und wieder rüber. So bei seinen Ansagen: „Ich freue mich, dass ich in meiner Band nur Oberösterreicher habe“, begrüßte von Goisern das Publikum, wobei er seinen aus Amerika stammenden Pedal-Steel-Spieler Bob Bernstein gleich eingemeindete. Es folgten Kommentare wie –„wir sind alle mehr verwandt, als es uns lieb ist“ –und Resümees wie: „Die Reise in die Staaten habe ich nur gemacht, um Vorurteile abzubauen, stattdessen aber haben sie sich potenziert.“

Das Publikum lachte und freute sich über die Einflüsse, die von Goisern von seiner Südstaatenreise mitgebracht hatte. Druckvolle Rocknummern, schwungvolle Country-Einflüsse, Balladen. Nach etwa einer Stunde kochte das Festzelt: Goisern mit Bluesharp, Goisern im Duell mit seinem Gitarristen Helmuth Schartlmüller, der mit Bassist Severin Trogbacher und Schlagzeuger Alex Pöhn bestens harmoniert.

Auszüge aus seiner aktuellen CD „Federn“ waren auch dabei. Dennoch bekamen die alten Lieder den meisten Applaus. So auch gegen Ende die Balladen „Weit weit weg“ und „Heast as Ni“ (Hörst es nicht). Da schossen sogar Feuerzeuge in die Höhe - eine tolle Atmosphäre. Lang anhaltender Applaus. Zwei Zugaben.

Hubert von Goisern rockte beim Hessentag

Lesen Sie dazu auch: Hubert von Goisern rockte das Festzelt auf dem Hessentag

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