Ottmar Rudert und Günther Rüddenklau berichten von ihrem Hilfstransport

Rumänienhilfe: 75 Tonnen Güter verteilt

Rudert vor Ort: In Rumänien angekommen wurden die Sachspenden in Kleinbusse verladen und damit in verschiedene Dörfer in der Nähe von Pietra Neamt gebracht. In diesem Ort übergab Ottmar Rudert ein Feuerwehrauto von einem Hofgeismarer Kindergartenkind.

Ostheim/Zwergen. Ganze drei LKW-Ladungen mit Hilfsgütern haben Ottmar Rudert und Günther Rüddenklau bei ihrem diesjährigen Transport nach Osteuropa gebracht.

Zehn Tage waren die beiden Landwirte unterwegs, brachten dieses Mal Sachspenden in den Nordosten von Rumänien. Kurz vor Weihnachten kehrten die Freunde zurück – und schon jetzt steht für beide fest, dass es bestimmt nicht ihr letzter Transport gewesen sein wird.

Hatten Rudert und Rüddenklau zu Beginn ihrer Tour noch Bedenken, die Armut könne vor Ort wegen der Ukraine-Krise noch gravierender, so konnten sie diese Vermutung nach ihrer Rückkehr nicht bestätigen. „Wenn wir dort sind und unsere Sachen verteilen, wissen wir nicht, ob es ein Rumäne oder jemand aus der Ukraine ist, der von uns etwas bekommt“, sagte der Ostheimer Rudert. Die Menschen dort seien alle extrem arm, eigentlich sei das kaum noch zu steigern.

Natürlich gab es auch in den Dörfern um Pietra Neamt im rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet, wo sie ganze fünf Tage die vielen Spenden verteilten, auch wieder barfußlaufende Kinder bei Minustempraturen zu sehen, Frauen, die aus Mangel an Bekleidung im Bademantel draußen umherspazierten und jede Menge sehr notdürftige Behausungen.

„Wenn wir nur einigen Kindern mit ein paar Schuhen eine Freude gemacht haben, so hat sich der Transport schon für uns gelohnt“, ergänzte Rüddenklau. Und dieser fiel dieses Jahr besonders groß aus: Drei riesige Sattelzüge mit insgesamt 75 Tonnen an hochwertigen Spenden, wie Bekleidung, Fahrräder, Rollatoren und Spielzeug brachten die beiden ins 2500 Kilomter entfernte Rumänien.

Wie schon in den vergangen fünf Jahren zeigten sich die armen Menschen extrem gastfreundlich: „Eine Familie hat uns zum Essen eingeladen – da sie nur zwei Teller, zwei Stühle und zweimal Besteck besessen haben, wurden wir aufgefordert, diese zu nutzen, während die gesamte Familie um uns herum stand.

Wurden erwartet. Günther Rüddenklau (3. von links) posiert hier mit einigen Rumänen für ein Erinnerungsfoto – der Rumäne Josef (2. von links) half während der Aktion beim Übersetzen. Fotos:Temme

Natürlich kommen Rudert und Rüddenklau auf ihrer Reise auch mit vielen Leuten ins Gespräch: „Der neue deutschstämmige Präsident der Rumänen, Klaus Johannis, wurde immer wieder gelobt – an ihn haben die Rumänen hohe Erwartungen, da sie meinen, dass die Vorgänger alle korrupt gewesen seien“, verrät der Ostheimer Rudert. Außerdem sei die Negativ-Wahrnehmung der Rumänen in Europa einige Male thematisiert worden: „Den Leuten dort ist wichtig, dass bei uns nicht alle denken, ganz Rumänien würde nur aus Zigeunern bestehen – ganz im Gegenteil sind die dort eine Minderheit.“

Ob Schüler, Kindergartenkinder, Firmen oder Berufskollegen – sie alle haben den diesjährigen Einsatz so großzügig wie noch nie unterstützt, was die beiden Landwirte besonders gefreut hat: „Ein riesiges Dankeschön an alle, die das möglich gemacht haben – soviel Unterstützung gab es noch nie.“

Von Tanja Temme

Hilfstransport in Rumänien

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