Hilfstransport: Von Ostheim in die Ukraine

Suppenküche in Mariupol: In solchen Einrichtungen erhalten Arme und Obdachlose wenigstens noch ein paar warme Mahlzeiten in der Woche. Fotos:  Privat

Ostheim/Westuffeln. Mit Hilfstransporten ins südosteuropäische Ausland kennen sich Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau aus.

Seit 2008 bringen die beiden Landwirte regelmäßig Bekleidung, Schuhe, Fahrräder, Kinderspielsachen, haltbare Lebensmittel und allerlei Nützliches mehr nach Rumänien und Moldawien. In diesem Jahr wollen die beiden allerdings Neuland betreten: Ihr nächster Transport soll nach Mariupol in der Ukraine gehen.

Rudert und Rüddenklau wissen, dass die 450 000 Einwohner große Stadt am Schwarzen Meer noch vor einigen Monaten unter Gefechten der prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen gelitten hat. Ihnen liegen Bilder von zerstörten Häusern und öffentlichen Gebäuden vor und Fotos, die zeigen , dass Menschen dort große Not leiden. Gerade für ärmere Bevölkerungsschichten gibt es warme Mahlzeiten nur noch in öffentlichen Suppenküchen.

Schuhe für den Winter: Wenn Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau Schuhwerk unter Kindern verteilen, ist die Freude riesig.

„Die Menschen dort sind derzeit sicher noch dringender auf Hilfe angewiesen als die in Rumänien und Moldawien,“ sagen Rüddenklau und Rudert, „deshalb wollen wir diesmal unsere Spendengüter dorthin bringen.“ Ihnen ist jedoch bewusst, dass die derzeitige Waffenruhe nicht von Dauer sein muss und die Kämpfe jederzeit wieder aufflammen können. „Wenn es gefährlich wird, fahren wir nicht weiter und verteilen unsere Güter in anderen Landesteilen der Ukraine“, sagen sie und betonen, dass „wir keine Abenteurer sind.“

Die Hilfsaktion geht nun bereits ins achte Jahr. Inzwischen hat sich ein stattliches Netz von Unterstützern und Spendern etabliert. Für einige Betriebe und Privatleute gehört das Spenden für die Osteuropa-Hilfe mittlerweile zum festen Jahresplan.

So ist es auch bei Rudert und Rüddenklau selber. Wenn im November Ruhe in ihren landwirtschaftlichen Betrieben einkehrt, dann läuft die Organisation des nächsten Hilfstransports auf Hochtouren. Dass dies auch in den nächsten Jahren so weitergehen wird, daran lassen sie keinen Zweifel. „Wenn du siehst, wie sich ein ein Kind über ein geschenktes Fahrrad freut, dann lässt dich das nicht mehr los“, sagt Günter Rüddenklau. „Dann macht helfen einfach Freude.“

Für Ottmar Rudert ist es immer wieder erstaunlich, „wie groß die Armut in unserem Europa noch ist“. Wer dies mit eigenen Auge sehe, müsse erkennen, in welchem Wohlstand die meisten bei uns leben. Rudert berichtet von Kindern, die auch im Winter keine Schuhe tragen, von Behinderten, die nicht mehr aus dem Haus kommen können, weil es keine Rollstühle gibt und von Familien, deren Hütten im Winter nicht beheizt werden.

Weil die Situation in einigen Gebieten seit Monaten noch prekärer ist, geht es diesmal noch ein paar hundert Kilometer weiter nach Osten.

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