Dürresommer 2018

Bauern kritisieren Dürrehilfe

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Weil 2018 zu erheblichen Misserträgen in der Ernte geführt hat, unterstützen Bund und Länder die Landwirte finanziell. Doch seien die Anträge umfangreich und kompliziert, kritisieren die Bauern.

Verdorrtes Getreide, ausgetrocknete Wiesen, dürrer Mais und kleine Zuckerrüben – die Ernte fiel im Dürresommer 2018 kümmerlich aus. Damit die Landwirte in Folge der Ernteausfälle nicht in finanzielle Schieflage geraten, haben Bund und Länder Hilfen in Höhe von 350 Millionen Euro zugesagt. Auf Hessen entfallen 17,8 Millionen Euro.

In Stadt und Kreis Kassel haben nach Angaben von Lydia Schubert, Fachbereichsleiterin Landwirtschaft in der Kreisverwaltung, von 1200 Landwirten acht Anträge auf Dürrehilfe gestellt. Bis Geld kommt, sind viele Hürden zu bewältigen. Die Anträge, die das Land fordert, sind umfangreich und kompliziert. „Wir hätten uns weniger Bürokratie gewünscht“, sagt Stefan Strube vom Regionalbauernverband Kurhessen.

Rückzahlungen vermeiden

Denn es reiche nicht, wegen eines großen Ertragsverlusts einer Kultur einen Antrag zu stellen. Die Ernte müsse um 30 Prozent unter dem Durchschnittsertrag der vergangenen drei Jahre liegen, erklärt Strube. Dazu müssen Bilanzen sowie die Liquidität des Betriebes vorgelegt werden. Auch das Privatvermögen wird nach Abzug eines Freibetrags zur Schadensregulierung herangezogen. Dem Antrag werde nur dann stattgegeben, wenn der Fortbestand des Betriebes gefährdet sei. War das schon vor der Dürre der Fall, werde der Antrag abgelehnt. Schubert verweist darauf, dass das aufwendige Verfahren dazu dient, Rückzahlungen zu vermeiden.

Einschränkungen gibt es laut Strube auch bei der Schadensregulierung: „Maximal die Hälfte des Dürreschadens wird ausgezahlt.“ Zunächst gibt es einen Abschlag, der Rest folgt ab Mitte 2019.

Bei anhaltend geringen Niederschlägen im Winter und Frühjahr müssen die Bauern mit nicht absehbaren Folgen rechnen. Zunächst hätten sich die Landwirte noch mit einer Futterbörse behelfen können, sagte Stefan Strube. Doch viele Milchviehhalter hätten die Wintervorräte inzwischen teilweise schon verfüttert.  

Alle Landwirte betroffen

Von den Ernteausfällen in Folge der Dürre des vergangenen Sommers sind nach Angaben von Stefan Strube, Sprecher des Regionalbauernverbandes Kurhessen, alle Landwirte betroffen. Dabei können die Einbußen schnell einen fünfstelligen Betrag erreichen. Besonders betroffen sind Angaben von Fachbereichsleiterin Lydia Schubert Futterbau- und Milchviehbetriebe in einzelnen Regionen im Landkreis Kassel. Regional unterschiedlich seien die Ausfälle bei Mais, Zuckerrüben und anderen Sonderkulturen gewesen, ergänzt Stefan Strube.

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