Kommentar zu den Flüchtlingen im Caldener Zeltlager: Zwei Welten

Calden. Das Flüchtlingslager auf dem Gelände des alten Flughafens in Calden hat das Leben in dem 3000-Einwohner-Ort verändert. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Frank Thonicke.

Beim Thema Flüchtlinge gib es zwei Welten. Die eine besteht aus Brandstiftern, von Verbreitern von Vorurteilen und Gerüchten. Für sie sind Flüchtlinge Schmarotzer, die uns bedrohen. Vertreter dieser Spezies sind beileibe nicht nur an Stammtischen anzutreffen.

Die andere Welt besteht aus Gutmenschen, Schönrednern und Beschwichtigern. Für sie sind alle Flüchtlinge gut, unsere Unterstützung für sie müsse grenzenlos sein. In dieser Welt tummeln sich viele Politiker und Funktionäre.

Die Wahrheit ist, dass unter den Flüchtlingen viele sind, die unendliches Leid hinter sich haben. Die seit Jahren unterwegs sind, um nichts zu retten als ihr Leben. Ihnen muss geholfen werden.

Es stimmt aber auch, dass unter den Flüchtlingen Menschen sind, die hierher kamen, um die Vorteile eines reichen Landes zu nutzen. Auch mit kriminellen Methoden. Ihre Werte von Eigentum und Unversehrtheit der Menschen haben nichts mit unseren Vorstellungen davon zu tun. In Gießen stehen gerade 14 Albaner vor Gericht, die im Lager andere Flüchtlinge überfallen haben.

Wahr ist auch, dass über 800 Flüchtlinge im Caldener Lager eine Zumutung sind. Für viele Flüchtlinge selbst, aber vor allem für die Einwohner. Der Kernort Calden hat 3000 Einwohner. 1000 Flüchtlinge sind rund 33 Prozent der Bevölkerung. Das hieße auf Kassel übertragen, dass die Metropole mit einem Schlag etwa 66.000 Flüchtlinge aufnehmen müsste. Auch Kassel würde das nicht verkraften.

All das ist ein Versagen der Politik. Sie muss verhindern, dass ungehindert Tausende aus Albanien nach Deutschland strömen, um hier auf ihre Abschiebung zu warten, die von vornherein feststeht.

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