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Ärger um Arensbach

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Von: Thomas Thiele

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Im gepflasterten Trogbett des Arensbaches in Heisebeck haben sich auf angeschwemmtem Boden Pflanzen angesiedelt. Die Frage ist nun, ob er geräumt werden darf.
Im gepflasterten Trogbett des Arensbaches in Heisebeck haben sich auf angeschwemmtem Boden Pflanzen angesiedelt. Die Frage ist, ob er geräumt werden darf. © Thomas Thiele

Hochwassergefahr in einem Bach sorgt für Debatten in Heisebeck: Dürfen Pflanzen aus dem Betontrog entfernt werden?

Wesertal/Heisebeck. Darf ein Bachbett, in dem Pflanzen sehr hoch und dicht wachsen, wegen möglicher Rückstaus und Hochwassergefahren geräumt werden? Zumal, wenn es sich um einen künstlich angelegten Betonkanal handelt? Das ist eine der Diskussionen in der Gemeinde Wesertal, wo aktuell neue Hochwasserschutzmaßnahmen geplant werden.

„Drei Jahre nicht geräumt“

Der Bach fließt innerorts durch einen Kanal aus Betonwänden, dessen Grund gepflastert ist mit einer Rinne in der Mitte. Wie Anwohner berichten, wurde der Bach seit drei Jahren nicht mehr gereinigt. Der für die Unterhaltung zuständige Unterhaltungsverband (UHV) Schwülme sei der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen jährlichen Kontrolle nicht nachgekommen, „sonst wäre ihm aufgefallen, dass der Bach komplett zugewachsen ist und er somit seine Aufgabe nicht erfüllen kann.“ Zudem sei er nicht nur zugewachsen, sondern auch ein Paradies für Ratten. „In der Dunkelheit hört und sieht man sie“, berichtet ein Anwohner der Straße Auf dem Bracken.

Flutgefahr bei Unwettern

Die Aufgabe des Arensbaches ist es, Regen- und Schmelzwasser aus einem etwa 1000 Hektar großen Einzugsgebiet mit Wald und Feldern in der Gemarkung Arenborn und Heisebeck zu sammeln und abzuleiten. Das sei bei geräumtem Bach auch kein Problem, jetzt aber drohe bei Unwettern die Gefahr, dass er über die Ufer trete. Dann würden die Anwohner die Gemeinde als Eigentümer für Schäden am Haus und Keller haftbar machen.

Renaturierung angestrebt

Um diese Räumung gibt es nun Debatten, wie Bürgermeister Cornelius Turrey den Gemeindevertretern von Wesertal bei der Erläuterung der Prioritätenliste Hochwasserschutz erklärte. Auch die Gemeinde halte eine Räumung des Trogs durch den Unterhaltungsverband für dringend nötig. Der UHV und die Untere Wasserbehörde beim Landkreis Kassel hätten jedoch eine Renaturierung des Baches angeregt. Vorher müsste jedoch der Bach geräumt werden, meint die Gemeinde und hofft, dass das Regierungspräsidium Kassel das erlaubt. Es wäre schwer zu verstehen, wenn die jetzigen Inhalte drin bleiben müssten.

Ortstermin soll Fragen klären

Das Problem der Grabenräumung sei ein Punkt, der in dieser Oktoberwoche in einem Ortstermin mit dem Regierungspräsidium Kassel geklärt werden soll, bei dem auch weiteren Genehmigungsverfahren abgestimmt werden. Es geht um die Renaturierung eines Schwülmealtarm zwischen Lippoldsberg und Vernawahlshausen, die Schaffung von Retentionsräumen an Rodebach und Köhlergrund bei Vernawahlshausen, die Vergrößerung der Schwülme-Flutmulde bei Lippoldsberg und den Ausbau des Baches Köhlergrund, wo es immer wieder Überschwemmungen gibt.

Kompletter Schutz nicht möglich

Turrey sagte, dass es einen kompletten Schutz vor Hochwasser nicht geben könne. Er zählte zahlreiche Gräben und Durchlässe im Gemeindegebiet auf, die kontrolliert und bei Bedarf geräumt werden müssen. Die lange geplanten Muldenöffnungen an der Weser würden weniger bringen als erhofft und werden nicht weiter verfolgt. (Thomas Thiele)

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