Arbeit liegt ihnen in den Genen

Ina Hoffmann trainiert Berner Sennenhund als Bollerwagen-Zugtier

Hombressen. Dass die Arbeit mit dem Wagen genetisch bei Berner Sennenhunden angelegt ist, davon ist Ina Hoffmann überzeugt. Deshalb macht sie regelmäßig mit ihrem Vierbeiner Zughundearbeit und lässt sich von ihm durch die Gegend ziehen.

Einst waren sie es, die die Milchkannen von den Almen zu den Höfen oder Molkereien gebracht haben. Doch Fahrzeuge haben Zughunde längst überflüssig gemacht. Das will Ina Hoffmann ändern.

„Unser Ziehen hat nichts mit dem Anspannen von Huskies zu tun, die ja im Rudel und mit hohem Tempo Schlitten ziehen“, erklärt die 49-Jährige. Ihr Berner würde in der Regel einen Bollerwagen ziehen und manchmal auch mit ihr eine kleine Tour mit dem sogenannten Sacco-Cart machen.

Hundefreundin Ina Hoffmann  sucht Gleichgesinnte für die Gründung einer Zughundegruppe.

Interessierte melden sich unter Tel. 05671/6374

Dass das Ziehen keine Tierquälerei ist, sondern ganz im Gegenteil dem Hund viel Freude bereitet, ist für die Hombresserin eine klare Sache. „Wenn ich die Trainingssachen raushole, ist Balou nicht mehr zu bremsen.“ Außerdem könne man mit Druck und Zwang keine Zughunde ausbilden – alles müsse das Tier freiwillig machen, sonst könne man ihm das Wagenziehen nicht beibringen. Eine besondere Hürde bei der Ausbildung ist, den Hund an die Pulkastange zu gewöhnen, die die Verbindung zwischen Hund und Wagen schafft. Hat sich der Hund daran gewöhnt, ist ein langsames „Einfahren“ möglich.

In zwei Tagen kann er ziehen

„Normalerweise dauert es zwei Tage, bis ein Hund einen Wagen ziehen kann“, so Hoffmanns Erfahrung. Beim weiteren Training ginge es dann darum dem Tier Befehle wie „Zieh an“, „rechts/links“ oder „Stopp“ beizubringen. Außerdem muss er lernen den Wagen auch durch ungewöhnliche Straßenverhältnisse wie enge oder unebene Wege zu manövrieren.

Beim Ziehen werden nicht nur Muskeln aufgebaut, sondern auch der Kopf gefordert. „Bei Hüftgelenkdysplasie hat das Ziehen sogar einen therapeuthischen Effekt, weil es die Hinterläufe stärkt.“ Natürlich profitiert Frauchen Hoffmann auch von den Fähigkeiten ihres fast sieben Jahre alten Rüden. „Als wir letztes Jahr campen waren, hat Balou mit seinem Bollerwagen die Wasserbehälter vom Wohnwagen zum Waschhaus und wieder zurück gefahren.“ Mit diesem Können sei er die Attraktion des Platzes gewesen.

Grundsätzlich eignet sich jeder Hund für die Zughundearbeit. „Ich habe sogar von einem Chihuahua gehört, der einen Mini-Wagen zieht.“ Wer allerdings größere Gefährte voranbewegen möchte, sollte auch schon einen etwas kräftigeren Hund davor spannen –50 Zentimeter Schulterhöhe und 30 Kilogramm Körpergewicht müssten da schon gegeben sein. (zta)

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