Kaninchen, Tauben und Hühner

120 Tiere bei Ausstellung in Hofgeismar: Schöne Augen und Multi-Kulti beim Geflügel

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Verstehen was von Zucht: Martin Dönes (Dassel), Jacob Schulze (Grebenstein) und Giesela Jäger (Eberschütz) bekamen für ihre Tierart jeweils Bestnoten. 

Kaninchen, Tauben und Hühner wurden am Wochenende in der alten Turnhalle in Hofgeismar bei einer Ausstellung den Bewertern vorgestellt. 

Dass Kleintierschauen schon bessere Zeiten hatten, zeigte sich einmal wieder am Wochenende in Hofgeismar: Zu einer gemeinsamen Ausstellung hatten der Hofgeismarer Kleintier- (KTZV) und Geflügelzuchtverein (GZV) in die Alte Turnhalle am Reithagen geladen.

Trotz mäßiger Beteiligung gab es bei den Veranstaltern Grund zur Freude, denn Gerüchte über den geplanten Abriss der Halle, die seit Jahrzehnten für Schauen genutzt wird, wurde entkräftet. „Stadtrat Günter Ebel signalisierte uns, dass die Alte Turnhalle zu 90 Prozent bestehen bleibt“, berichtete Rudolf Haake erleichtert. Käme diese tatsächlich weg, bedeute dass das Ende ihrer Vereinsarbeit.

Schon vor vielen Jahren haben sich die beiden örtlichen Vereine zu der jährlichen Veranstaltung zusammengeschlossen, bei der dieses Mal nicht nur Kaninchen und Hühner, sondern auch Lahore-Tauben gezeigt wurden. Insgesamt konnten 120 Kleintiere begutachtet werden, wobei die Hälfte aus Tauben und jeweils zu einem Viertel der übrigen beiden Arten bestand. „Vor dreißig Jahren hatten wir viermal so viele Tiere dabei“, erinnerte sich Haake, der mit KTZV vorsteht.

Tauben aus Pakistan und Hühner aus den Niederlanden

Bevor sich die Pforten für die Allgemeinheit öffnen, müssen die Preisrichter jedes Tier begutachten. Für Hühner und einen Teil der Tauben war Rudi Erhardt zuständig, der mit viel Ruhe das jeweilige Geflügel beobachtete und es schließlich zur genauen Betrachtung aus dem Käfig holte. „Es sollte schöne Augen, einen hübschen Kehllappen und auch einen ansehnlichen Kamm haben“, schilderte der Fritzlarer einige der Punkte, die er beachtet. Aber auch der gesundheitliche Zustand, der Stand, die Körperform oder die Gefiederfarbe wurden von ihm berücksichtigt. 

Allein bei den Hühnern gebe es 300 Rasse und Farbenschläge, weshalb er manchmal auch im Zuchtbuch nachschauen müsse. „Und da Migranten aus Russland oder Polen etwa auch Rassen aus ihrer Heimat mitbringen, werden es nach und nach mehr, die bei uns aufgenommen werden.“ Sowieso herrscht längst Multi-Kulti beim Geflügel, wie der Experte verrät: Lahore Tauben kämen aus Pakistan oder bei den Hühnern die Antwerpener Bartzwerge aus den Niederlanden oder Marans aus Frankreich.

Qualität der Tauben ist gut

Zu den 50 Preisrichtern der Rassegeflügelvereinigung Kurhessen gehört auch Joachim Ebert, der zuhause in Fürstenwald der Taubenzucht nachgeht. Lahore-Tauben seien federfüßig, weshalb man darauf achten müsse, dass das Federkleid dort gut geschlossen sei. Obwohl die beiden Bewerter kein „Vorzüglich“, also die Hauptpunktzahl vergeben konnten, so waren sie sehr zufrieden mit der Qualität der Federtiere.

Mit der Bewertung von rund 30 Langohren war Preisrichterin Birgit Uhe befasst. Da bei Kaninchen auch das Gewicht stimmen muss, wurde jedes Tier gewogen, bevor Uhe die Körperform, Fell, Zeichnung an Kopf- und Rumpf, Gesamtfarbe und Pflegezustand auf einem Tisch beäugte. So sollte der Körper etwa leicht gestreckt sein und nach hinten keilförmig zusammenlaufen. Nicht wenige der Hellen Großsilber, Blauen Wiener, Zwergwidder und Co bekamen ein „hervorragend“ von ihr, was die zweitbeste Note ist.

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